Druckschrift 
Offt begehrte Beschreibung der newen orientalischen Reise : so durch Gelegenheit einer holsteinischen Legation an den König von Persien geschehen, worinnen derer Orter und Länder, durch welche die Reise gangen, als fürnemblich Rußland, Tartarien und Persien, sampt ihrer Einwohner Natur, Leben und Wesen fleissig beschrieben und mit vielen Kupfferstücken ... gezieret
Entstehung
Seite
532
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DerSulthonnsirvzuLasancingcholcr.

Gefchenckemach! Freun-de.

Vrar^vr^.l>!icol»iZ<st.

das hieß pro»pric:

kbriets; o»perts reciu-ciic^.

DritterTheil derperfianischen

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rüstet / zog den Sinbojarm bey dem Arm/ mit diesen Worten: Sage dcm Weiwodm/ ich bin ein Schweintrecker. Item/Hat dein Hm/wenn Er ja selbst nichts weiß/keine 4eule die lesen können / daß sie ausdem Pas vernehmen mügen/ wie vns der Großfürst mulü-cr? Wirmusten gleichwol in grosser Kalte etliche Tage auff den Booten aus-halten/ welches etlichen/ die nicht vielvmbsich hatten/sehr beschwerlich vorkam. Es ^ieß der Weitvode zwar sagen / wir mochten vmbvnser Gtld selbstQuartire machen/ aber hergcgcn den Russen verbie-ten/ daß sie vns nicht einnehmen solten/ es geschehe denn auff seinBefehl. Er l» auä) die Schildwache / welche am Emgange desRivirs Lslanlea gestcllct war / daß sie vns eingelassen/ prügeln;ungleichen auch einen Knaben/daß Er vnsern Hoffmeister vndTolct/die zum Weiwodm geschickt worden / bey einem Msraß auff seinenWagen genommen hakte.

Den ii dieses/ wurdeder Persische Gesandte eingeholet/ vnd indie hölycrne Stadt gelcget. Als derselbe dem Weiwodenvnscrt wegenzugeredet / seynd wir den iz dieses vollend zur Stadt Mücken gelas-sen worden/ da ww vns dann mit grosser Mühe durcheiscnnmsten.Wir wurden in die Slowoda oder Vorstadt verleget.

Die 8cparscic>n der Gesandten vndVölckcrinOuartitm vndSpeisen muste gleich auff den Booten/auch allhier gehalten werden/weil aber nach des Gesandten Br. Orcli-c gespeffet wurde / bekamenwir/ auff der Abgesonderten Taffcl/eine Zeitlang den Tag nur einmalzu essen / vnd lauter Wasser ohneEssgvndBrankeweinzutrinckm.

Den 20 Vovemb. verehretm die Gesandten dem Weiwodmjhre zwey Boote/ vnnd andere Geschcncke/ welche zu Danckangenommen wurden/vnd denWtiwoden zu aller Freundschafft vndBeförderung wilfehng'macheten.

Den 6 Xbr. begimgen die Russen jhr fürnehmes Fest^icolm,da dann gaNtzer 8 Tage lang / gute Freunde/ Mann vnd WeibesPersonen einander trewlich besuchten/ vnd mit guten Räuschen nachHause tummelten / ja etliche sich schleppen liessen. Die Wirtin in vn-serm Quartir/ weil sie gutes Vermögens / wurde auch von etlichenjungen vnd alten Weibern/jhren Freundinnen besuchet/ welche dannjbre Gaste aus Scham für vns/ m einem absonderlichen Orte derStuben/Hinter einem Fürhang setzete/ vnd mit Collatschen/ Pyro-gen / Brantwein / B«er vnnd Meth wol Als aber

das starrke Getrancke jhre Blödigkeit hinweg nam/ nahmen sie auchden Fürhang hinweg / kamen vnd faßten sich zu vns / den Nmikschioder Teutschen/ihres Getränekes vnd Lustigkeit auch theilhafftig zumachen/welche man Höffligkeit halber nicht von sich jagen kunte.

Diese Tage kam auch ein Pope mit seinem Capellan/ die Bilderzu räuchern / vnd zugleich die Wirtin/weil jhr Mann in den Schuld-thurm gescßek war / zu besuchen vnd zu trösten. Dieser cklLurnrcemel mit mirvonjhrerReligion/vndjhren Wunderwereken/vnd vnter

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