Druckschrift 
Offt begehrte Beschreibung der newen orientalischen Reise : so durch Gelegenheit einer holsteinischen Legation an den König von Persien geschehen, worinnen derer Orter und Länder, durch welche die Reise gangen, als fürnemblich Rußland, Tartarien und Persien, sampt ihrer Einwohner Natur, Leben und Wesen fleissig beschrieben und mit vielen Kupfferstücken ... gezieret
Entstehung
Seite
522
Einzelbild herunterladen
 

DerMeibwTttwe.

Oi'ffer derLyrcaffen.

5^

Dritter Theil der Perflantschen

D«?Ci:cassenGlaube.

Schnackenköpffett/bunkenSteinichen/ZihnernvnMcsslNgenSpan-gcN am Halse bisjvntcr die Brüste herunter hangen hakten/etwa mitden Fingern die blosse Haut berührcten. Etliche nötigten vns gar inchre Häuser zukommen. Man sagte daß bey Wen der Gebrauch/das/wennArembde den Weibern zuzusprechen kähmen/ die Manner stehwillig absonderten/vnd die Gäste mit den Weibern handtwen liessen;Wiesle dann auch des Tages über gar selten in den Häufern/sondernauff der Wcydc bey ihrem Viehe/m welchnn jhre meiste Wahrung bc«stehet/sich auffhalten. Die Weiber aber sollen gleichwol den Män-nern Trcwe seyn / vnd sich mit keinem andern (wie sie sagten) Fleisch-lich vermischen / wie es dann einer von unseren Krieges Dss'cirern be-zeuget?. Dann als derselbe durch der jungen Weiber freundlichen Au-wmcken vnd Reden bewogen sich zu ihnen ins Hauß zumachen/ vnd sieferner zu probiren dmch Kopffwaschen vnd Nasekhüchcr nehm zulas-sen Gelegenheit gcsuchet/seynd sie zwar zu solchen Diensten willig ge-wesen; Da man ihnen aber etwas ferners angemuhtet/haben sie sich mabschlaglicher Antwort vernehmen lassen: Ihre Männer stcllctcn ih-nen guten Glauben zu/welchen sie auch unverbrüchlich halten müstcn/im wicdrigen Fall würden sie / WtNN es attßkähmc/ weder von denMännern/noch der Gemeine gelitten. Sonst liessen sie ausserhalb denBeyschlaff/mit sich handeln/wie man wölke / darbcy sie dann begierigvnd nicht Schew waren/ Geschenkte zufordern / vnd zunehmen / wassie ertappen kunten. Kamen auch manchem in dem sie den DeutschenHabit von aussen vnd innen besuchen vnd betasteten/in die Schiebc-saekc/vnd namcn daraus was sie funden.

Wie wol die Männer nach art der Mahumedisten mehr als einWeib nehmen dürffen/behelffen sich doch die meisten nur mit einer.Wenn der Mann ohne Kinder stirbct/vnd lessct Brüder nach sich/muß der älteste die Wittwe nehmen/damit er seines Bruders Saamenerwecke/gleich auch der Mussal seines Bruders Wittwe bckam.

Der Cyrcasscn Glaube ist fast Hcydnisch; Sie lassen sich zwarbcschncidcn/vnd gleuben einen Gott/Haben aber weder Schriffk/Hrie-ster noch Kirchen/thun jll gewissen zelten ihre Dpffcr selbst/ sonderlichauffElias Tag / Item wenn ein fürnehmer Mann stirbet / kommenMann vndWeibcs))e:sonen im Felde zusammen/schlachten eBe^iegezum Dpsser/vnd sollen/ wie man vns berichtete / darbcy eine selyame/närrische P»robe zu erfahren/ ob das Thür zum Opffer tüchtig oderNicht/anstellen: nemblich sie schneiden parrcm Zcnicalem ab/wrrffenes gegtn die Wand oder Zaun/bleibt es nicht hangen/sondern fält als-bald wider ab / wird es zun» Opffer vnwürdig erkennet / muß alsdannein anders geschlachtet werden- bleibt es aber kleben/so ist es zumOpftrversehen. Alsdann wird das Fell abgezogen/aiißgespannet vnd auff ei-ne lange Stange gesteckct. Für demselben verrichten sie das Dpffer;kochen/braten vnd verzehren das Fleisch mit einander. Dann treten et-liche