Reise Beschreiblmg. 425
Noch ist eine denckwürdige Vorstadt auff der Westen feiten/soKedr-lbark vnd die Einwohner kcbdcr genant werden/seynd auchreiche Kaufflcute. Diese haben lattge Bärte/kragen gar einen andernHabtt/ als die gemeine Perser / gehen in langen vngcbundencn Rö-eken/wel6>e nirgend/als am Halse vnd auff den Schultern offen/vndmit Bändern geschlossen werden. Ihre Weiber gehen ohne Schewmit offenem Gesichte/man hclt sie für züchtige fromme vnd gutherzige^eute. Sie seynd aber einer alten Heydmschen art / welche sich wederbeschneiden noch täuffen lassen/ haben auch weder Pfaffe noch Kirche.Was eigentlich jhre Religion sey/ habe ich nicht erfahren können. Istjemand vnter jhnen gestorben/lassen sie auß dem Sterbehause einenHanen auffs Feld lauften / wenn derselbe von einem Fuchse erhäschet/vnd weggeführet werd/halten sie darvvr daß des verstorbenen Seele
Kcbrsbstb.
ins ander teben auffgenommen sey. Wenn aber diese Probe etwa miß-gelingen oder wegen ander Zufälle verdächtig werden möchte / nehmensie cme andere für die Hand der Sie mehr trauen. Sie tragen nemlich,hrc-seichen mit besten Kindern behängen/vnd mit güldenen Kettenvnt allerhand Geschmeide gczicret auffdcn TodkenAcker/vnd staffelnsie mit hölyern Gabeln an die Maur / wenn nun die Vogel des Him-mels das rechte Auge außhaekcn/ wird Er vnfchlbar des Himmels
Hhh iij wür-j
DwKeblerscichbegäng-ms.