Druckschrift 
Offt begehrte Beschreibung der newen orientalischen Reise : so durch Gelegenheit einer holsteinischen Legation an den König von Persien geschehen, worinnen derer Orter und Länder, durch welche die Reise gangen, als fürnemblich Rußland, Tartarien und Persien, sampt ihrer Einwohner Natur, Leben und Wesen fleissig beschrieben und mit vielen Kupfferstücken ... gezieret
Entstehung
Seite
397
Einzelbild herunterladen
 

Reise Beschreibung.

Z5>7

welches Er durch einen darzu erkaufften Perser leicht verrichten kön-nen. Denn man gewisse wissen kunte/wo täglich tue Carawan oder rei-sende Geselschafft/mit welcher man gehen muste/stch legete; Auch guteFreunde durch erhebl-.cheVrsachen solche absonderliche Reise wteder-nethen/bliebe es vnterwegcns/ vnd wurde durch zureden vnd Unter-handlung derMünche solcher Iweytrachk m etwas beygeleget/ vndder 8ccrcrsnu5 wider zum Comikak gebracht.

Den z. ciiro wurde ein Deutscher Vhrmacher/des Königes Die-ner/welchen wir in Ispahan vor vns funden/ von den Persern gefäng-lich eingezogen vnd nieder gescheit. Mit dieser aüion verhielt sich» !also: Es war einer mit Namen Iohan Rudolph Skadlcr von Zürichauß der Schweiß bürtig / ein Mann bey z8. Iahren/hatte der vorcr- A" ^wehnten TüllX Schwester zum Weibe. Als derselbe dem 8cksck 8clr VhrmacherSim Vhrmachcr Handwercke 5-. Jahr aitffgewartek/vnd sich gerne wi- Vnzluckder nach Deutschland begeben wolte / worzu Er dann durch vnsereRückreise bequeme Gelegenheit zuhaben vcrmemete / helt vmb femenAbsche'.d an. Der König aber/wett Er jhn nicht gerne missen wolte/erbeut sich ihm / so ferne Er noch 2. Jahr bleiben wolte / 400. Rthlr.zuverehrcn. Der Vhrmachcr aber ließ solch anerbieten ungeachtetdurch die Gesandten ferner anhalten/vnterdesscn bricht in der Nachtem Dieb bey jhm ein/vieleicht m Meinung als hette der König die ver-heissenc Verehrung allbereit ausgezahlet. DerVhrmacher ertaptden Dieb/überwirfst sich eine weile mit jhm/wird endlich sein Ober-hcrt/zeichnckjhnmlk etlichen Wunden/vnd stostjhn auß dem Hause.

In dem Er aber noch voll Eyfers/ vermemte/daß Er dein Diebe nochzu wenig gclohnck/leussk jhm auff der Strassen nach/vnd scheust jhnmit emcr Pistolen vollend nieder. Des entleibten Freunde laufsen als-bald zum gcistlichcnRichter/vnd klagen/daßRudolph als einBcimahnoder Vnglcubigrr einen Reehkglcubigen crniordet / begeren dcrwe-gen/ daß der Thäter zum Tode verurkheilet vnd jhnen außgeankwor-tct werden möchte. Der Vhrmacher w,rd / m dem Er seiner gewohn-heit nach auffzuwarken nachHoffc retten wil/auff der Strassen weg/vnd in gesangliche Hasst gcnommen / an Halß vnd Arm m einenStock/den Sienennen/gcleget/vnd sehr übel tractiret. Esliessen die Gesandten zwar unterschiedliche mahl fürjhm bitten/aberauss inständiges anhalten der Kläger vnd befordcrung des Scdders/oder geistlichen OberRichkers ( welchen dieTürckcn^ulli nennen)ist Er ziun Tode verdammet worden / jedoch mit solcher Gnade desKöniges / das / wenn Er sich wolte beschneiden lassen/vnd den Persi-schen Glauben annehmen / jhm das 4cben solke geschencket seyn. Ru-dolph aber crwehlte lieber zusterben: Daher die Chanen vnd grosseHer:»/ die jhm seiner Kunsthalber gerne das 4eben gcgonnet / vnd mitanerbictung grosser Königlicher Gnade/Hmligkctt vnd Reichthum/

- so ferne Er nur/wo nicht von Hertzcn/dem Könige zugefallen/sich

Ddd iij

wur-