Druckschrift 
Offt begehrte Beschreibung der newen orientalischen Reise : so durch Gelegenheit einer holsteinischen Legation an den König von Persien geschehen, worinnen derer Orter und Länder, durch welche die Reise gangen, als fürnemblich Rußland, Tartarien und Persien, sampt ihrer Einwohner Natur, Leben und Wesen fleissig beschrieben und mit vielen Kupfferstücken ... gezieret
Entstehung
Seite
261
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Reift Beschreibung.

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Köcher/in welchen theils schöne aufgemacht« mit Seidenen vnd Ca-kunen Decken belegte Bette stunden / theils allerhand von bunterSeiden vnd Gold gewirckte vnd genehek« Tüchern lagen. An denfeiten stunden etliche Kisten/welche mit gleicher marcrie beleget vndmit Tapeten behänget waren; Oben an den W«mden vnter dm Bo-den himgen 2. Reihen bundgemahlke höltzern« vnd jndene Schüsseln.Die Seulen mitten im Hause waren mit vielen schönen Sebeln / Bo-gen vnd Pfeilen behängen. Die alte Fürstin eine lange ansehnlicheMatron ohngefehr von 4s. in so. Iahren Namens Seiew saß auff ei-nem Gtule in einem langen schwartzen mit Zobeln gefutterten Rorke/als einem Gchlaffpeltz/Hatte hinten am Kopffe eine auffgeblasene Rin-des Blase/ so gleich dem Hüupte mit Seidenen vnd Gold durchwirck-tcn Flohr vmbwunden/vmb den Hals ein bund seiden Thuch/dessenEnden außgebrtitek über die Schultern herunter hiengen. Hinter ih-rem Stuie stund eine Auffwarttrin/ hatte auch eine solche Blase/ Essol aber ein Zeichen des Wittwenstandes seyn. Zur Rechten ihre5.Sohne deren 2. jüngsten in schlechten Baurkleidern Mit Filtzmäntelnbehänget/hatten hinter sich etliche Diener stehen/welche wegen desneulich entleibten eltestcn Sohns jhre Stirn aufgerissen hatten. Zur4inckcn aber in einer langen Reige stunden alte Tartarischc Manner/welche die HoffDfficirer vnd Ruhte bedeuten sollen. Nach dem dieFürstin Litc-r auffvnser Anbringen fteundlich geantwortet/hieß sie et-liche Stüle neben sich setzen vnd vns darauf sitzen / Item ein« kleineTaffelvor vlw bringen/vnd dieselbe mit allerhand Fruchten/Methvnd Brantewein besetzen / Die Sohne wolten nicht/wiewol sie vonvns gebeten wurden / fetzen/ vorwendend / es wehre bey jhnen nicht derGebrauch/daß in Zusammenkünften odergegmwart ftembdcr GasteSie vor jhrer Mutter sitzen / sondern jhr zu Ehren stehen vnd auf-warten niusten.

Nach dem wir eine weile gesessen vnd die Fürstin sampk jhrenSöhnen vnd Ruhten vnsern Habit hinten vnd forn wol begneffenondmit Verwunderung betrachtet / reichte sie selbst jeglichem vnter vnseine silberne Schale voll starcken Brandwein/ so atlß Hirse solkc ge-macht! seyn / Desgleichen thaten auch der Printz Mussal/ dem seineBrüder folgekcn. Ww wurden gebeten / auch vnsern Dienern Zuver-gönnen von jhrer Hand zutrincken. Vnter dessen gung hinter derFürstin eine Eammcrthür auff/durch welche man im Gemache vielFrawenzimmcrer sehen kunte/Die forderste warjhre Tochter/so andem König in Persien solte verheyrahtet werden / ein Fräulein von 16.Iahren/sehr schön weiß vnd klar von Angesicht vnd Pechschwarzenherunterhängenden gedrehetenHaarlocken / Diese waren drinnen sobegierig/als die heraussen vns vnd vnsern Habit zubcschawcn / kucktenum über der ander/machten auff der Llka-zuwincken die Thür zum! offtern zu vnd doch bald wieder auff/ Sie zupften vnd zogen einen von

K k iij vn-

Wie die Tor»rarische Fürst-in kik« stehantreffen ließ.

ChrederKin»der gegen denEltern.