Reift Beschreibung.
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Köcher/in welchen theils schöne aufgemacht« mit Seidenen vnd Ca-kunen Decken belegte Bette stunden / theils allerhand von bunterSeiden vnd Gold gewirckte vnd genehek« Tüchern lagen. An denfeiten stunden etliche Kisten/welche mit gleicher marcrie beleget vndmit Tapeten behänget waren; Oben an den W«mden vnter dm Bo-den himgen 2. Reihen bundgemahlke höltzern« vnd jndene Schüsseln.Die Seulen mitten im Hause waren mit vielen schönen Sebeln / Bo-gen vnd Pfeilen behängen. Die alte Fürstin eine lange ansehnlicheMatron ohngefehr von 4s. in so. Iahren Namens Seiew saß auff ei-nem Gtule in einem langen schwartzen mit Zobeln gefutterten Rorke/als einem Gchlaffpeltz/Hatte hinten am Kopffe eine auffgeblasene Rin-des Blase/ so gleich dem Hüupte mit Seidenen vnd Gold durchwirck-tcn Flohr vmbwunden/vmb den Hals ein bund seiden Thuch/dessenEnden außgebrtitek über die Schultern herunter hiengen. Hinter ih-rem Stuie stund eine Auffwarttrin/ hatte auch eine solche Blase/ Essol aber ein Zeichen des Wittwenstandes seyn. Zur Rechten ihre5.Sohne deren 2. jüngsten in schlechten Baurkleidern Mit Filtzmäntelnbehänget/hatten hinter sich etliche Diener stehen/welche wegen desneulich entleibten eltestcn Sohns jhre Stirn aufgerissen hatten. Zur4inckcn aber in einer langen Reige stunden alte Tartarischc Manner/welche die HoffDfficirer vnd Ruhte bedeuten sollen. Nach dem dieFürstin Litc-r auffvnser Anbringen fteundlich geantwortet/hieß sie et-liche Stüle neben sich setzen vnd vns darauf sitzen / Item ein« kleineTaffelvor vlw bringen/vnd dieselbe mit allerhand Fruchten/Methvnd Brantewein besetzen / Die Sohne wolten nicht/wiewol sie vonvns gebeten wurden / fetzen/ vorwendend / es wehre bey jhnen nicht derGebrauch/daß in Zusammenkünften odergegmwart ftembdcr GasteSie vor jhrer Mutter sitzen / sondern jhr zu Ehren stehen vnd auf-warten niusten.
Nach dem wir eine weile gesessen vnd die Fürstin sampk jhrenSöhnen vnd Ruhten vnsern Habit hinten vnd forn wol begneffenondmit Verwunderung betrachtet / reichte sie selbst jeglichem vnter vnseine silberne Schale voll starcken Brandwein/ so atlß Hirse solkc ge-macht! seyn / Desgleichen thaten auch der Printz Mussal/ dem seineBrüder folgekcn. Ww wurden gebeten / auch vnsern Dienern Zuver-gönnen von jhrer Hand zutrincken. Vnter dessen gung hinter derFürstin eine Eammcrthür auff/durch welche man im Gemache vielFrawenzimmcrer sehen kunte/Die forderste warjhre Tochter/so andem König in Persien solte verheyrahtet werden / ein Fräulein von 16.Iahren/sehr schön weiß vnd klar von Angesicht vnd Pechschwarzenherunterhängenden gedrehetenHaarlocken / Diese waren drinnen sobegierig/als die heraussen vns vnd vnsern Habit zubcschawcn / kucktenum über der ander/machten auff der Llka-zuwincken die Thür zum! offtern zu vnd doch bald wieder auff/ Sie zupften vnd zogen einen von
K k iij vn-
Wie die Tor»rarische Fürst-in kik« stehantreffen ließ.
ChrederKin»der gegen denEltern.