Reise Beschreibung. 155
cm Ranchfuß/m welches Er b-ßweilen etliche flücklem Wachs auffdie Kohlen warff/darmtt beräuchcrkeEr d»c Graber. Die Weiberzupftettn vnv zogen den Priester von einer Stelle zur andern/daß Erkommen vnnd jhre Graber erst bcrckichern soltc. Er schwunge dasRauchfaß etliche mahl über das Grab/betete bey sich murmelend Mitvmbher schweifenden Augen vnd Geberdcn. Die Srawc sagte demPopen d.e Namen jhrer Kreunde/dieEr ms Gebet mst emschlicssenmuste/Etliche hatten dicNanlen in kleine Bücher/etliche auff einenZettel gcschncbcn/vnd reichtcnH dem Priester selbst zulesen. Nach demdiß geschehen/gab die Kraw dem Popen em oder mehr kupfferne Rund-stücke zunlOpfferpfennig. Die Diener aber namen die auffgesatztenSpeffcn zu sich / samleten einen ziemlichen Vorrahk / welchen sie her-nach m,t einander zuverzehren/ vnd lustig darbey zuseyn pflegen.
Als der Priester sahe/daß vnscr etliche / so stunden vnd zusahen/sie nicht belacheten/sondern vielmehr vnscr Mitleiden (wiewol nichtso sehr wegen jhrer Todten/als jhrer einfältigen Meinung von jhrenTodten) m:t Geberden andeuteten/vcrchrcke Er vns etliche gcfärbeteEyer /viid batt daß wir dieselben zum Gedächtniß jhrer vnd dieser Be-gÄigmß nilt vns auffdie Reise nehmen möchten.
So viel sey von dem jtzigen Zustande vnd Gelegenheit Mußcovicn vndderen Einwohner gesaget. Worbey D. Paul FlennngS feine Gedancken überdiese dl zrion, sonderlich über die/ so auff dem Lande vnd Naugarr wohnen / sichmehr vngereumbt schicken/welche als ein Atlßzug eines subm-ti-i, so Er in GroßNawgart / woselbst Er über s. Monat gelegen/geschrieben / vnd seinem AndernBuche der Poetischen Walder einverleibet/ vnd im vpere x. /r. zusinden/ich mit hieher setze:
Ickanich dochvorbey/ schmust die Leute preisen/
Die so wie dlese scynv. Vcstcht es anff beweisen /
^ So hab üch^Recht. Wer lobet «cht den Mannn/Der seyn ist/wH^' .is/. der alles missen kan.
Vnd alles Haber, auch: E-r ist dar;» gebore»/
Daß er vergnügt kan seyn / Man klage» nichts verlshren/
Wenn sich der Vater legt/ stins gieichen/ßbr/wachst auchDerwolgc;ogne Sohn/ ikrfolgt kein Tugend dranss/
So isk er selbst sein Theil. Rein Gold gehört ;nm Lebe».Aus; Golde wird kein Llut/ lLr steht i hm/was ihn, eben/iLin trächtiges plärstein auß/daß er nichtkauchen »ms;/
Ai^ wie man etwa» thut: Da seyt er seinen Fuß/
Macht Leid vnd Gärten drauß. Fragt nichts nach hohen Laue»Wenn tLr nur -tziy vnd Frost/ vnd so was nicht darff schauen/So ist er wol versorgt/geht selbst;» Maid vnd hautDie längsten Daunen auß/bewohnet was er baut/
Selbst Meister vnd selbst Wirth/ dekömpr er Lust ;um Weibe/Des Nachbarn Tochter wil: eln Mensch daß schon an» Leibe/Vnd gut von Heryen ist/ ihr/ daß er ste mehr liebt/
Dem sonst nicht blassen Mund ein iiechters Färblem giebt.Wer suchte dieses hier: so leben sie in stille /
Rein Argwohn kompt in sie / sein Raht der ist ihr Wille/
A hrt sb n/se m ehr er verzsch t/vnd hält gewiß darfär/
Je schärfer er ste hält / zc hulder sey e» ihr/
Daß giäubt kein Weib bey vns/in dessen ist kein Mangel/
Iss'r wenn/vnd was er wtl/spetst was >hm fängt v:e Angel/
Das holst«
KupffernGeld/Kupf,ferne Seel-messen.
v. FlemingsLob der Rus-sen.
Was