Druckschrift 
Offt begehrte Beschreibung der newen orientalischen Reise : so durch Gelegenheit einer holsteinischen Legation an den König von Persien geschehen, worinnen derer Orter und Länder, durch welche die Reise gangen, als fürnemblich Rußland, Tartarien und Persien, sampt ihrer Einwohner Natur, Leben und Wesen fleissig beschrieben und mit vielen Kupfferstücken ... gezieret
Entstehung
Seite
190
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Schritkschtttder Sam»«jeden.

Der FinnenSchriltschut

Zu^lir g<»nand«.

dulcetolua»

Russen Zwin-gen niemandleicht zu ihrerkcllKion.

Historie voneiner stand-hafftcn Fra-weu in der^.cliZion.

iAo ?^cwe perstantsche

Dann diese Marion, wie auch die Finnen vnd läppen haben zur Win-terszeit / wenn sie über den Neffen Schnee wollen / lange vnd breiteSchrittschue / so auß Borckcn oder dünnen Brettern gemachct / auffwelchen Sie sich geschwinde fortsch,eben können. DleKinnen lassenhinter den Hacken fast so viel als ferne vorgehen / vnd scynd etliche beyz. Elen lang; Nennen sie 8uk,6r. Solche Schrittschue/vnd mamerdarmit fortzukommen / haben wir zur Narve gesehen/da der ObersteP>ort vns zur Lust etliche Finnen vor der Stadt von einem langenHügel herunter fahren liesse.

Die Gestalt vndKleidungder8amojeäen ist eigentlich imhier-bey gesetztem Kupffer nach rechter policur abgebildet. Dann ich eingantz Kleid / so ein guter Freund in Mußcow von den Samojeden er-kaiifft/ vnd mir verehret / neben einer wetssen Barenhaut Mit mir her-auß gebracht / vnd comerfeicen lassen.

Als obgedachte zwey Samojeden in der Mußcow/nach erzeh-lung jhresgegen vns zu rechen elenden harten Lebens/vnter anderngeftaget wurden; Me jhnen das Mußcowiker-Land/vnd Leben ge-steht e ob S«e Nicht Lust Hütten lieber daselbst/als in ihrem Vaterlandezu wohnen?Gab einer von jnen zurAntwo:t/daß jhm zwarMußcoviennicht mißgefiehl/ aber jhm beliebte doch das-Land/darinnen Er gebo-ren wehre viel mehr/als alle andere Lander / weil sie es gewöhnet / Siekonten sehr wol vnd gerichtlich darinnen leben. Er zwciffelte nicht/wenn der GroßfZrst ihre Herzigkeit vnd gute Tage wüste / Er wurdeseine kelläem? verlassen/ vnd bey ihnen zu leben sich begeben.

Diese Leute nun haben zuvor als Heyden/Sonn/Mond vnd an-dere Ereaturen angebetet/numchr abcr/ohngefchr vor 15-. Iahren/wic gedacht/von den Russen die Tauffe empfangen / vnd scynd zu derChristlichen gebracht worden.

Die Russen zwingen niemand leichtlich zu ihrer keliZion, wennsauch schon ihre Vnterthanen vnd Schlavcn scynd/es wehre danndaß einer seinen Ehegatten von ihrer keliSion begerete/oder genom-men hette. Alsdann wollen Sie einem das excrciciumnicht mehr si cy lassen.

Hlcrbey muß ich einer Historien/welche sich in Mußcow mit ei- 'ner fürnehmen Frawen zugetragcn/gedencken/wordurch man ein son-derlich Exempel der Beständigkeit in der Z.cIiZic>n wird zu spüren vndzu rühmen haben.

Ohngefchr vor' ;z. Iahren kömpt ein Französischer Freyher:/Namens ?ierl'E cic ^.crnonr,ins Land/begibt sich nach Mußcow/vüvcrhcyrahkct sich daselbst Mit einer Jungfer / Jokan Lcu-iieslsi, (wel-cher auß einem alten Adclichen Geschlechte auß Engelland bürkig/ vndm Mußcow lange Zeit gewöhnet) leiblichen Tochter/ ihres Alters im15. Jahre/so damals vor die schönste vnd eine Zierde vnter den Auß-

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