Druckschrift 
Offt begehrte Beschreibung der newen orientalischen Reise : so durch Gelegenheit einer holsteinischen Legation an den König von Persien geschehen, worinnen derer Orter und Länder, durch welche die Reise gangen, als fürnemblich Rußland, Tartarien und Persien, sampt ihrer Einwohner Natur, Leben und Wesen fleissig beschrieben und mit vielen Kupfferstücken ... gezieret
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Seite
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Newe Pcrstamsche

Obs wm/dasdie Weibermiß Schla-gen der Män-ner gcerewciiebe war neh-men.

Eine Frawe

tolicicirerbey ihrenMann vmbSchläge.

Eheleutt kön-nen wiedervon einanderkommen.

Weiber müs-sen sich lassenins Klostexscheren.

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vnd darneben sihet / daß es ihren m solchen Lastern bcgrieffenen Nach-barn vnd Mitschwcstern/ nicht besser ergehet.

Daß aber ein Russisch Weib durch viel Schlagen vnd peitschenein llebrelches/vnd in mangclung dessen em lieblsses vnd nilßgünfii-^ gcsHerue jhres Mannes gegen jhr prselümiren solte / wie etlicheNilborici, vnd Larelsjus in Icone anilnorum von jhnen berichtet/hab ich nicht erfahren/kannnrs auch nicht cmbtldcn: Daß/was duNatur vnd jegliche Kreatur schcwek/sie lieben; vnd was des Zornsvnd Fcindschaffts Wcrck / sie fiir cm liebes Zeichen halten sollen. Esist e»n allgemeines Sprichwort: Schläge freunden Nicht. Daßwird meines erachtcns bey jhnen auch gelten/ Daß aber wol etliche mitjhren Mannern solche Schcrprcden mügen getrieben haben/oder auchem thöricht Weib »lag gewesen seyn/ wle ?ecrcju8 in der Russischen(.Irronica gcdencket / die jhrcm Mann / Mit dem sie eine geraume Zeitim Friede vnd Einigkeit gclcbet/zugcrcdet vnd gcfaget: Sie hettc nochnie spüren können/daß er sie recht liebele/weil sie niemahls Schlagevon jhm empfangen/ darauff habe der Mann scmc ^»cbe auff begehrtemasse jhr zu erweisen sich bald erbitten lassen / vnd die Peitsche frischwancken lassen: Solches nach der Zeit weil sie einen grossen gefallendran gehabt / wicdcrholct/vnö zum dritten mahle seine sehr grosse 4iebezu erweisen/sie gar todt gcschlagcii.DcrsclbcMann/NaitiensIordan/sol ein Italiener gewesen seyn. Daß/sageich/ solches mit dieser einenFrawcn vorgangen/ kan nicht:n Ercinpel gezogen / vnd auß der einenSlnii aller anderen Kumor erzwungen werden.

Wenn aber zwey Ehclemc eins das ander übcrdrüssg wird/vndsich mit einander gar nicht stallen vnd vertragen können / hak man dasMittel/daß eins darvon sich ins Kloster bcgiebck/ wenn cm Mannsolches thut/ vnd vcrlcsset sem Wech vmb Gottes Ehre wissen / vnd dieFraw bekömpt einen andern Mann/der so l/wenn crs begehret zu emenPopen gesalbet w:rdc«i / ob er gleich zuvor ein Schuster öder Schnei-der gewesen ist. Der Mann hat auch die Freyheit / daß / wenn er mitder Frawcn keine Kmdcr zeuge» kan/sie ins Kloster vcrstoffen/vndjnncr sechs Wochen eme andere Heyrathcn mag.

Solch-Erempcl gehet auch mit dem Großfürstlichen Personenvor/ welche / tvc»ln sie mit jhren Gemahlin nur Töchter vnd keineMannl ehe Erben zeugen können / ins Kloster thun vnd eine andere^)eyrathen. Item/ wenn ein Mann seinerFrawcn was vnchrtlchcsnachzusagen vnd zu erweisen weiß/muß Sw auch sich lassen ms Klo-ster scheren. Worbey dann dn' Mann offt mehr scmen Willen / alsdas Recht zugebrauchen pstegct/ In dem Er entweder auß blossen ver-dacht/oder ander liederlichen Vrsachcn willen feiner Frawcn gramwird/ein paar lose Buben vmbs Geld auffwiegelt/ die mit jhm zumRichter gehen/klagen vnd zeugen wieder das Wc,b/daß sie m dieservnd jener Mißhandlung oder Hurcrey ist ergrieffen worden/ vnd brm-

gen so