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die über den Flügeln. Demungeachtet aber können Fälle vorkommen,wo es theils der Ersparnifs, theils des stattlichen Ansehen halberwünschenswerth ist, auch über solchen An- und Vorbauten steilereDächer anzuwenden, und müssen dann ganz andere Anordnungengetroffen werden, deren einige in den folgenden Blättern vorkommensollen. In Beziehung auf die Darstellung ist zu bemerken, dafs inbeinahe allen Fällen der Dachbord höher gezeichnet ist, als er in derWirklichkeit zu liegen kommt. Es geschah dies nur, um nicht dieobern Pfetten gänzlich zu verstecken.
Tafel 34. Vorbauten. Fig. 1. Ein Vorbau, welcher etwa als Vor-haus vor einer Hausthüre dienen könnte. Die Sparren sind unmittel-bar auf den auf den Rändern liegenden Pfetten, welche durch keineBalken verbunden sind, aufgekämmt; dagegen wird der Sparrenschubdurch das mit Sparren verbundene Kreuz a b c d aufgehoben. Diezwischen diesem und dem Sparren verbleibenden Zwickel sind andem vordersten Gebind mit dichten Bohlenstücken, von welchen nurdas obere verziert ist, bei den inneren Gebinden aber mit durch-brochenem Mafswerk ausgefüllt. — Fig. 2 zeigt den Durchschnitt.Sämmtliche Gebinde liegen nach innen frei und werden der Längenach durch die in Fig. 3 mit h bezeichneten Hölzer, auf welche danndie innere Deckenschalung genagelt ist, verbunden. — Fig. 3 zeigtden Querdurchschnitt. Die Fuge zwischen der Deckenschalung undden Pfetten ist durch ein gesimsartig gekehltes Holzstück h verdeckt.
— Fig. 4 zeigt die Verbindung der Sparren mit der Pfette. Hätte manden Sparrenkopf in geringerer Stärke vortreten lassen, so könnte derSparren ein besseres Auflager auf der Pfette gewinnen, wie Fig. 5 er-weist. — Fig. 6 zeigt die Verbindung eines der Kreuzbänder mit demSparren. — Fig. 7 die Verzierung, welche über die Kopf bügen, welchevom Ständer nach der Pfette gehen, geschnitten ist. — Fig. 8 den in Fig. 1mit t bezeichneten Theil eines der Kreuzbänder. — Fig. 9 die Grund-risse der Ständer. — Fig. 10 den Durchschnitt von e bis / in Fig. 1nach der Richtung ef in Fig. 9. — Fig. 11 das obere Gesims derStänder. — Fig. 12 das Profil der Sparren. — Fig. 13. Ein gröfsererVorbau, den ich in etwas vereinfachter Gestaltung ausführen liefs.Auf der linken Seite lehnt er an eine Gartenmauer, während dierechte frei steht. Im Allgemeinen reicht man in der Ausführungmit weit weniger Zierrathen, als hier meistentheils in der Zeichnunggegeben sind, aus, und sind die hier gegebenen Entwürfe nur deshalbso reich gemacht worden, um eine gröfsere Mannigfaltigkeit derAusbildungsarten anschaulich zu machen. Es ist dieser Vorbau mitRücksicht auf im Winter einzusetzende Fenster, welche jedoch nachinnen schlagen müfsten, eingerichtet. Wollte man sie nach aufsenschlagen lassen, so müfste die hier gezeigte Verzierung der Ständerwegfallen und könnte dann nur etwa der zwischen den Flügeln ver-bleibende Raum eines jeden Ständers verziert werden. Die Thür-ständer könnten aber die hier gezeichnete Gestaltung behalten unddie Thüre nach innen schlagen. Die Ständer stehen in fast allen hiergezeichneten Fällen ohne Schwellen unmittelbar mit Zapfen in denSandsteinsockeln, inzwischen liefsen sich leicht die durch Anordnungeiner Schwelle erforderlich werdenden Abänderungen treffen. —Fig. 14 zeigt den Durchschnitt durch die Mitte. — Fig. 15 den Grund-rifs der Ständer bei a. — Fig. 16 den Grundrifs der Ständer bei b.
— Fig. 17 den Grundrifs der Ständer bei c. — Fig. 18 die Ansichteines Ständers. — Fig. 19 das Profil eines der Thürknaggen. — Fig. 20das Profil des Thürriegels durch die Mitte. — Fig. 21 den Grundrifseines der Fensterpfosten. — Fig. 22 die Seitenansicht des obern Theilesderselben. — Fig. 23 das Profil des Losholzes. — Fig. 24 das Profildes Brüstungsriegels. — Fig. 25 das Profil der Pfette oberhalb derFenster. — Fig. 26 der Grundrifs des Eckständers. — Fig. 27 dieAnsicht desselben. Die Balken dienen nur zur Verankerung und umdie Schwelle, auf welcher die Sparren aufgekämmt sind, zu tragen,daher sie auch in geringerer Zahl angeordnet sind.
Tafel 35. Vorbauten. Fig. 1. Ansicht eines solchen, der jedochauch im Winter offen bleiben mufs. Die Brüstung ist auf beidenSeiten der grofsen Oeffnung verschieden gezeichnet. Nach der aufder linken Seite angegebenen Weise könnte statt des Sandsteins, inwelchem die Ständer eingelocht sind, auch eine hölzerne Schwelleangewandt werden, welche dann auf der Untermauerung aufläge.Desgleichen könnten, falls das Terrain innerhalb des Vorbaues nichthöher liegen sollte als das äussere, nur die Ständer in isolirten Sand-steinsockeln eingezapft sein und jede Brüstung wegfallen, in welchemFalle jedoch eine ungleiche Ständervertheilung wie die hier gegebenejeden Grundes entbehren würde und daher durch eine gleiche ersetztwerden müfste. Die nach aufsen mehr abgeschlossene Parthie auf deräufsersten linken Seite könnte jedoch auch dann beibehalten bleibenund die daselbst befindliche Oeffnung durch ein Fenster oder einenVorhang verschlossen sein, weil es immerhin zur Annehmlichkeitbeitragen mag, in einem Theile des Vorbaues den Blicken wenigerausgesetzt zu sein. — Fig. 2 zeigt den zugehörigen Durchschnitt.Wie daraus ersichtlich, sind Balken nicht vorhanden, sondern dieVerbindung der Pfette mit dem Gebäude durch eiserne Anker bewirkt.Die Sparren sind nach unten verschalt, könnten jedoch auch freibleiben. — Fig. 3 zeigt die Konstruktion der Ausschnitte der Kopf-bänder und Unterzüge Uber die verschiedenen Oeffnungen. — Fig. 4
die Grundrisse der Ständer. — Fig. 5 die Ansicht derselben — Fig. 6das Profil der Brüstungsriegel der grofsen Oeffnung. — Fig. 7 dasProfil der kleinen Fensterwände. — Fig. 8 Kopfband und Unterzügeüber der kleinern Oeffnung in gröfserem Mafsstabe. — Fig. 9 zeigteine weit einfachere, jedoch im Ganzen ähnliche Ausbildung vonStänder, Bügen und Unterzügen. Wenn nun auch in allen hier ge-zeigten Fällen Unterzug und Kopfbüge gewissermafsen nur eine Formbilden, so mufs doch in dieser Form das Vorhandensein beider Theileausgesprochen sein. Ganz sonderbare Gestaltungen von dieser Artsieht man an Bauausführungen vieler moderner Architekten, wodieselben es durch den ländlichen Charakter des Gebäudes für ge-boten hielten, zu dem, was sie Holzarchitektur oder noch häufigerTyroler- oder Schweizerstyl nennen, ihre Zuflucht zu nehmen. Dasieht man selten einen Konstruktionstheil in der seiner Funktion an-gemessenen Form. Sowie schon an den Ständern und Trägerndurch verschiedene aufgenagelte und aufgeleimte Leistchen undsonstige Kuriositäten die denselben eigenthümliche Gestaltung glück-lich vermieden ist, so findet dieser Umstand bei den, den Trägernach dem Ständer zu unterstützenden Theilen noch in erhöhteremMafse statt, und es ist oft schwer, zu bestimmen, was zu diesemBehuf angewandt ist, ob einfache Unterzüge, Knaggen, Kopfbänder,oder eine Verbindung dieser Theile. Fast hätte es den Anschein,als solle ein Fortschritt der modernen Technik darin gesucht werden,dafs es gelungen sei, frei den Stoff zu beherrschen und die Formohne alle Beziehung auf die gemeine Bestimmung nur nach den Ge-setzen der Grazie und Eleganz zu bilden, wüfste man nicht, dafs inden meisten Fällen derlei Genialitäten nur von der Gewohnheit her-rühren, die artistischen Konceptionen mit Hilfe des Gypsers, Weifs-binders und Lackirers auszuführen, bei welcher Technik freilich keinTheil eine wirkliche Funktion hat, sondern Alles nur dem höhernSchönheitsgefühle gemäfs gebildet ist, freilich leider sehr bald her-unterfällt. Wollte man nun das Dach über einen solchen Vorbauin der in Fig. 1 und 2 gezeigten Art anlegen und dennoch hochmachen, so würde in manchen Fällen die Fig. 10 gezeigte Weisesich empfehlen, welche die über dem Vorbau liegenden Fensternicht verdeckt. Es würde dann längs des Gebäudes eine Rinnegelegt werden müssen, die durch Anordnung von Aufschieblingenden nöthigen Fall erhielt, so dafs, wenn Fig. 10 die Höhe der Rinnein der Mitte zeigt, in Fig. 11 ihre Höhe auf den Seiten dargestelltist. Freilich würde man nur Fenster untergeordneter Lokalitätenhinter ein solches Dach legen können. — Fig. 12 zeigt einen Vorbaumit einer ganz andern Dachanordnung, welche, wie leicht einzusehen,bei ziemlich steiler Neigung doch die Anlage von Fenstern nichtverhindert. Zwischen den beiden Giebeln ist eine Rinne ausgekragt,aus welcher das Wasser durch den blechernen Wasserspeier ab-fliefst. In Städten freilich sind diese Wasserspeier, so üblich siesonst waren, schon lange abgekommen und mögen da auch mancheUebelstände mit sich geführt haben, obschon die leidige Neuerungs-sucht auch in diesem Falle wie immer das Uebel übertrieben undoft ärgere an seine Stelle gesetzt hat. Bei ländlichen Gebäudenaber steht der Anwendung derselben auch gar nichts im Wege,und hier empfehlen sie sich in vielen Fällen, abgesehen von ihrermalerischen Form, als die zweckmäfsigsten Auskunftsmittel. Es istdieser Vorbau der Art angerichtet, dafs er im Winter mit Thürenund Fenstern verschlossen werden kann. Jedoch ist auch hier aufder rechten Seite ein kleiner Theil durch ausgemauerte Fache gegenaufsen abgeschlossen. — Fig. 13 giebt den Durchschnitt durch dieMitte eines der Giebel. — Fig. 14 den Grundrifs des Eckständers,der aus zwei an einander stehenden Ständern gebildet ist, in derHöhe der Thüre. — Fig. 15 den Grundrifs desselben oberhalb derThüre. — Fig. 16 zeigt das aus der Ecke gearbeitete Säulchenüberort. — Fig. 17 das Profil des Brüstungsriegels. — Fig. 18 und 19das Profil des Losholzes der Fenster und den Grundrifs der Fenster-pfosten. — Fig. 20 giebt das Profil der obern Pfette. — Fig. 21 denGrundrifs der mittlem Ständer. — Fig. 22 die Ansicht der obernPfette über den Ständern.
Tafel 36. Hölzerne Vorbauten. Fig. 1 Aufrifs eines solchen. Umden bei den vorigen Blättern erwähnten Inkonvenienzen, welche sichbei Annahme steilerer Dachwinkel ergeben, indem in solchen Fällendie Fenster des obern Stockes verbaut werden, zu entgehen, kannes in manchen Fällen von Vortheil sein, die hier gezeigte Anordnung,wonach die Fenster des obern Gestecks um den Vorsprung des Vor-baues vorgerückt werden, und so gewissermafsen ein Erker entsteht,anzuwenden. Man verliert nicht allein dann nichts an Licht, sonderngewinnt für die obern Zimmer an Raum und zwar einen sehr nutz-baren Raum, sowie denn auch das malerische Aussehen des Ganzennur dabei gewinnen könnte. Es versteht sich von selbst, dafs der aufsolche Weise gebildete Erker auch durch mehrere Gestockshöhengehen könnte. Im Ganzen ist durch diese Anordnung der Uebergangzu den überbauten Vorhallen gebildet. Die Fig. 1 und der nach a bgenommene Durchschnitt Fig. 2 werden die Konstruktion des Ganzendeutlich machen. Damit, dafs auf der linken Seite der Figur eineandere Anordnung der Ständer angenommen ist, kann entweder eineganz andere Bildung des Baues, wonach die daselbst gezeigte An-