Druckschrift 
12 (1829)
Entstehung
Seite
CXXVII
Einzelbild herunterladen
 

cxxvn

großen Erzmünze der Julia Mammäa, Mutter desAlexander Severus, die sizende Juno mit einerBlume in der Rechten und einem eingewikelten Kinde inder Linken vorkomme. Die Umschrift IVAOzeige eine Anspielung auf die Kaiserin an, und deswegendürfe man das Kind für kein anderes halten, als fürMars. Die Blume in der Hand der Göttin bestätige die-ses noch mehr; denn Ovidius erzähle,*) daß Juno,weil sie keinen Theil gehabt an der Geburt der Pallas,sich gleichfalls eines von ihr allein erzeugten Kindes rühmenwollte, und daß Chloris oder Flora ein Mittel dazugefunden, indem sie ihr eine in den olympischen GefildenAchaias gewachsene Blume überreicht, deren bloße Be-rührung fruchtbar machen konnte, und sie gebar den Mars.Wenn nun Juno auf der gedachten Münze den Marsin ihren Armen halte, so sei es ein Zeichen, daß man ihnauch in dem Kinde der Statue erbliken müße, und dieseswerde noch durch die Zärtlichkrit im Gesicht der Göttin, diedas Kind anbüke, weiter bestärkt, es sei daher eine^itno

Dessen ungeachtet sehe ich WinckelmannS Meinungdennoch für die richtigere an, weil sowohl der aus demeifersüchtigen Charakter Junos hergenommene Grund,als auch der andere, welcher auf dem zärtlichen Blike derGöttin beruht, ganz nichtig ist; denn einmal sagt die Fa-bel ausdrüklich, des erwähnten Charakters ungeachtet,daß Juno den Herkules wirklich gesäugt habe, undwenn der wahre Künstler, wofür sich der Urheber des Kop-fes der Statue bewährt, einen Gegenstand zur Vorstellungwählt, so müßen Affecte und Leidenschaften, wie bekannt,dem Gefeze der Schönheit weichen; ferner thut ja ein grie-chisches Epigramm ausdrüklich einer den Herkules säu-genden Junostatue Erwähnung, welches für Win-

*) V. -5..