I.XXVI
mir daher ein besonderes Vergnügen machen, Euer zc.nach meiner Wenigkeit hierin zu dienen.
Die Begleichung der Handschriften des Demosthe-nes in der vatikanischen Bibliothek ist ohne Schwierigkeitzu erhalten; aber die Arbeit würde kostbar sein; denn esist nur eine einzige Person, die hierzu gebrauchet werdenkönnte und sich gebrauchen lässet, aber kostbar gewordenist, da er aufhöret, dürftig zu sein. Er ist Professor,oder, wie man hier redet, Scrittore der griechischen Sprachebei gedachter Bibliothek. Demohnerachtet weiß er nur dieSprachregeln, und hat gewiß den griechischen Redner nie-mals gelesen, ob er gleich ein Grieche aus Scio ist; dennwenn die Jugend dort den Chrysostomus verstehet,glaubet man alles gethan zu haben. Er hat indessen ei»scharfes Auge, arbeitet mit großer Redlichkeit, und daderselbe mein guter Bekannter ist, würde er sich desto mehrMühe geben.
Die griechische Literatur ist seltener, als man glaubet,in Italien, und wir stehen noch besser hier als anderwärts,Neapel ausgenommen, wo Martorelli dieselbe regezu machen gesuchet hat. In der ganze» Lombardei wirdman kaum griechisch lesen können, und in ganz Florenz istkein einziger gedrukter Apollonius Rhodius.
Ich bitte mir Dero Meinung gerade auf der Post aus,und wo Dieselben mich zu etwas tüchtig werden finden,kann ich allezeit ohne Dero Kosten mit Briefen an dendurchlauchtigen regirenden Fürsten von Anhalt-Dessauantworten.
Ich bin mit der allergrößten Hochachtung :c.