FreundschaftlicheAn Hagedorn.
lNach Dresden.)
Rom, den Z April t7Zü.
Au Ende des vorigen Monats ist mir Ihr geschäzte?Schreiben eingelaufen. Ich habe Herrn MengS/ wasan ihn war, gegeben und selbst gelesen: er wirdmit ehestem antworten; er ist nur izo beschäftigetvom Morgen bis zum Abend/ sein Altarblatt zumzweitenmal zu übermalen / und dieses ausser dem Hau-se; Sie werden ihn also izo entschuldigen. Wirwollen einen Weg zur Recension in Floren; suchen.Den noch zur Zeit ist meine Bekantschaft sehr ge-ringe/ woran theils die wenige Fertigkeit in derSprache/ theils eine gewisse Sparsamkeit schuld ist.
Mit meiner Arbeit gehet eS nicht geschwinde; ichhabe sie einige Zeit müßen liegen lassen/ weil sich mei-ne hypochondrische Anwandlung meldete/ wozu diewenige Bequemlichkeit und der Mangel der Reinig-keit viel beiträgt. Man muß beiden Stüken in Romentsagen, oder man muß in größerm Überfluß le-ben/ als es mir möglich ist. Unterdessen danke ichGott/ daß er mich durch meinen Wohlthäter in Um-stände gesezt hat/ die zu meinen Absichten hinläng-lich sind.
.Herr Öser hat ausser den 18 Exemplarien/ wel-che ich ihm angewiesen hatte/ noch 12 Exemplare aufgroß Papier von Herrn Pater Ranch bekommen/welche nicht an Herrn Öser kommen sollten. Vondiesen 12 Stüken habe ich mir 6 auSgebeteN/ die,übrigen 6 stehen dem edelsten meiner Frennde zu Be-fehl/ zumal 1>a alles auf meine Bekantmachung ab-zielet.