696 Freundschaftliche
Einfall gekommen/ der mich mit Ungeduld erfüllt. —Doch laß es nur sein; ich werde wenigstens imFrühjahr dich besuchen können.
Ich habe mir viele Unruhe gemacht über meinenBrief/ der in durchlauchtigste Hände gerathen/ weilich mich nicht recht entsinnen kan/ was ich eigentlichgeschrieben. Mir däucht, ich hätte einiger Sticheim Sandrart erwähnt. Ich entsinne mich in sel-bigem Buche von einer liegenden nakten Frau ausdem Palais Borghese in Rom (von einem antikenMarmor/) wo der Künstler auf dem Wirbel ganz un-vermerkt angesezt hatte und in lauter ununterbroche-nen Kreisen seinen Stich fortgesezt/ und starke undschwache Schatten dermaßen auSgedrükt/ daß dies ge-künstelte Svielwerk nicht gekünstelt/ sondern der Na-tur vollkommen nahe zu kommen schien.
Arksten in Leipzig hat Alexanders vier Schlach-ten von Le Brüll/ die van Gunst gestochen/ alsetwas Prächtiges in seinem Gewölbe hängen. Indem großen Werke: (üvrömonies cles tous le 5>ei>i>Icz6» inonije, c) vol. toi, hat Bernard Picartalle seine Kunst verschwendet; Baum garten besiztcS. Major von Assebnrgin Lenzen hat einen gro-ßen Schaz von Schildereien aus Böhme,! mitgebracht.Es sollen über hundert Stute/ und darunter einigevon großen Meistern sein. Grav Geßler/ der indem lezten Feldzuge in Böhmen die Execution ein»zutreiben gehabt/ hat diesen Major/ als seinen na-hen Verwandten/ zu Ankündigung derselben gebraucht.Hch habe bei dem Pater Ln^kessic-osi-ius jn Leipzigeine sterbende Matrone von Poussin gesehen. Mansoll weit und breit kein schöner Kabinet von Schil-derten finde»/ als bei dem LeibmedieuS ConradiinCelle/ wo einigeStüke von van Dyck/ einFech-ter von RubenS/ Bauernstüke von Bauer/ nebstden schönsten Miniaturen sein sollen. Du wirst vev-