2TH. 2 Abschn. 237
Auf dem gegenwärtigen Marmor ist diese Geschichtemit einiger Verschiedenheit von der Vorstellung desTragikers abgebildet/ indem sich der Künstler wahr-scheinlich nach der von Aristoteles aufgestellten/und von mir bei Gelegenheit der Abbildung vonAgamemnons Tode angeführten Maxime/ keinegrausame Handlung durch Frauen thun zu lassen/gerichtet hat. Deßwegen hat er einen Jüngling auf-geführt/ welcher den Kopf des' aufHekubas Befehlgetödeten Sohns des Polymnestor bei den Äaarenhält.
Der König/ der ein Gewand hat/ dergleichen dieGriechen den Barbaren zu geben pflegten, wendet seinGesicht von dieser Scene des SchrekenS hinweg/ aufwelchem man übrigens die Vorwürfe und die Angsteines bösen Gewissens auSgedrükt sieht. Ferner isthier von dieser That/ welche weitläuftiger auf einerBegräbnißurne vorgestellt ist/ nichts vorhanden.Wen übrigens die Figur des thraeischen Königs nichtauf dem Marmor befindlich wäre; so könte man viel-leicht anch annehmen / daß HylluS/ veS HerkulesSohn/ hier abgebildet sei/ wie er der Älkmene/der Mutter dieses Helden/ den abgeschnittenen Kopfdes in der Schlacht gebliebenen Eurystheus/ ihresFeindes/ überbringt. 2)
1) IVIus. Ttru8c. tal>. 1^2.
2) ^pollod. 1.2. sc. 9. Z. i. Pindav und Stvabo le-gen diese That dem Jolans bei.I