Druckschrift 
8 (1825)
Entstehung
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Zehntes Kapitel.

DädaluS und Pasiphae.

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Das Basrelief unter Numero 9-5 stellt die Fa-bel der Pasiphae, Gemahlin des kretensischen Kö-nigs Minosll. mit dem DädaluS/ einem Atheni-cnser und Enlel Pandionsll, Königs von Athen,vor. Dieser Künstler verfertigte nämlich für die Kö-nigin die berühmte hölzerne Kuh; ein Gegenstand/der sich sonst nigends als auf diesem und dem fol-genden Marmor abgebildet findet.

Das erste ist eines der acht Basreliefs von glei-cher Größe, mit Figuren halb lebensgroß, welche in,Hause Spada stehen. Sie wurden in dem ver-flossenen Jahrhunderte in der Kirche der h. Agnesausserhalb der Mauern Roms gefunden/ wo man siein den barbarischen Zeiten umgestürzt und zu Stu-fen der Trepc/ welche in die Kirche führt/ gebrauchthatte.

Der von der Pasiphae geführte Stier ist ebenderjenige/ den NeptunnS aus dem Meere hervor-gehen ließ und gegen welchen sie die viehische Lie-be/ wovon die Fabel spricht/ gefaßt hatte.-dalus liebkoset ihn/ um dem Geschmak der Kö-nigin zu schmeicheln und ihn selbst zum ruhigen Ste-hen zu bringen, damit er ihm zum Modell dienenmöge/ um die hölzerne Kuh zu bilde»/ in welchersie sich verbergen und dem Stiere zur nähern Verei-nigung darbieten wollte.