Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
393
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1 Th. 2 Abschn.

führten Gemmen erhellet, daß die griechischen Künst-ler nie bei einer in einen Stein gegrabenen oderauf andern Denkmalen auSgehauenen Figur denNamen beizufügen pflegten, und daß also/ wen einName dabei befindlich ist/ derselbe dem Künstler oderdem Besizer der Gemme / nicht der abgebildeten Fi-gur/ beizulegen sei.

Auf den beiden Seiten eines Sarkophags in derMilla Altieri ist dieselbe Geschichte eingehauen.Apollo steht mit der Leyer in der Hand/ Mar-syaS ist an einer Fichte aufgehängt und der Scythebindet ihm die Füße an den Baum. AIS etwas Be-sonderes findet man auf diesem Denkmale noch einenStrik/ den der Scythe um den HalS hat/ und anwelchem Apollo ihn hält.

Unter dem MarsyaS liegt eine junge halbnakteFigur mit einem Schilfrohre in der Hand. Diesescheint den Fluß Marsyas anzudeuten/ der ausdem Blute dieses geschundenen Satyrs entstand.Der Fluß ist jung und ohne Bart vorgestellt. Hie-durch wird meinem Bedünken nach ein Fluß abge-bildet, der mit seinem Gewässer nicht unmittelbarin'S Meer strömt/ sondern stch in einen andern Flußergießt wie der MarsyaS/ den der Mäanderaufnimt. Oder vielleicht ist er auch deßwegen jungvorgestellt/ weil er damals erst seine Entstehung er-hielt und also noch nicht alt sein konte. Beide Flüssesieht man auf einer Münze GordianS des Jün-gern abgebildet, wo die Figur des Marsyas an-spielungsweis eine Flöte in der rechten Hand hat. l)

Auf einigen Münzen der Stadt Apamea hältdie Figur dieses Flusses in jeder Hand eine Flöte. 2)

>) Irlstsu, Lomni. IÜ5t. t. 2. x> 626.

2) Rec. 6s <!u Lab. 6« HI ?ekler!ü. t> 2. xl. 4?.