Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
367
Einzelbild herunterladen
 

1 Th. 2 Abschtt.

267

III,

lNiimero ZZ.I

In diesem Werke kommen sehr wenig Gemmenvor/ die blos idealisch und allegorisch sind; unterihnen ist eine der schönsten der geschnittene SteinNnmero33/ den Lord Hope in Engeland besizt.Es ist darauf ein kleiner Liebesgott vorgestellt/ dermit einer brennenden Fakel im Begris des Entflie-hens ist/ indem er zugleich einen äusserst betrübtenKnaben umarmt.

Diese nicht in der Fabel begründete Vorstellungkönte man vielleicht ans mehrere Arten erklären ; dieGelehrten werden freies Feld finden/ nm ihren Schärf-st» zu üben. Indessen kan man sich einbilden/ eSsei hier die verliebte Leidenschaft vorgestellt/ der kei-ne wechselseitige Neigung entspricht/ und die daherzur Verzweiflung gebracht ist/ nachher aber von einemStrahl der Hofnung getröstet wird.

Das Bild der verliebten Leidenschaft wäre dcmder Knabe/ der durch eine heftige Liebe entzün-det davon eilet/ weil er von dcm Gegenständeseiner Glut und Schmerzen gleichsam verlassen ist.Er entflieht aber/ halb in ein Gewand gewikelt/um die Feuchtigkeit und Kälte der Nacht anzuzeigen.Der eine der beiden andern Liebesgötter hat gleich-falls ein Gewand; und Sappho läßt den Amormit einem langen purpurnen Gewände vom Himmelhcrabsteigen. Die Stellung des vorwärts gebeug-ten und gekrümten Körpers ist dem AristophaneSzufolge denen/ die eine Laterne tragen / eigen z 2)sie gehen darum so/ damit der Wind ihnen das Lichtnicht auslösche/ wie der Scholiast diese Stelle des

1) ?vl!uc. I. 10. sogm. 124.

2) v. 100.4.