Vorläufige
fübrcn konte, daß er eine» langen Bart hat/ so vie-len Bildnissen zuwider, die sich sowohl ans Münzenals in Marmor von ihm finden/ alle ohne Bart.
Z. ^2. Den Grnndsäzen der griechischen Künstlervon dem Wohlstande zufolge, werde ich keineswegsglauben/ daß unter den Figuren am Giebelfeld desTempels der Pallas zu Athen HadrianuS vor-gestellt sei, wie er eine weibliche Figur umfasset, wel-ches uns Pococke versichert.^) Dieses würde widerdie Würdigkeit der Person und der OrtS gedacht sein,und ich glaube nicht, daß HadrianuS oder dessenGemahlin Sabina hier abgebildet worden, welchesSvon zuerst will entdekt Habens) den sein Ansehenkan von keinem großen Gewichte sein gegen den vonden Alten standhaft beobachteten Grundsaz, an denTempeln nur Gegenstände aus ihrer Mythologie undHcldcngcschichte vorzustellen.
§. 43. Nachdem wir bisher den Ansdruk und dieHandlung betrachtet haben, erfordert es die Ordnungder Gegenstände/ daß wir izo die Gratie/ welchedie Seele von beiden ist/ in Erwägung ziehen. ZweiGratie» niiiit man in der Kunst der Griechen wahr/und zwei Gratien nur wurden in den ältesten Zei-ten von diesem Volke verehrt; alle beide sind/ wie dieVenuS/ von verschiedener Natur.-') Die eine ist/wie die himlische VenuS, von höherer Geburt/nud von der Harmonie gebildet/ und ist beständigund unveränderlich/ wie die ewigen Geseze von die-ser sind. Die zweite Gratie ist, wie die von derDione geborne VcnuS/ mehr der Materie unter-
z) cG. d. K. SB. ZK. 20 — 22 §.z
3) t. 2. p. ii2.
4) ?SUS!IN. 1.3. c. l ö. 1.9. c. ZZ.
v. 646.