Abhandlung:c.
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geil zu denken nimt. Von solcher TodeSaslgst gebendie Dichter ein Bild durch die Verwandlung derNiobe in einen Felsen/ daher führete Slschylusdie Niobe stillschweigend auf in einem seinerTrauerspiele. ^) Ein solcher Zustand der Seele/ woEmpfindung und Überlegung aufboren, und welcherder Gleichgültigkeit ähnlich ist, verändert keine Zügeder Gestalt und Bildung, weßhalb der Künstler indiesem Werke die höchste Schönheit bilden konte/ wieer es gethan hat: den Niobe und ihre Töchtersind die höchsten Ideen derselben.
Z. Hu dem Schmerze und Leiden des Lao-kooil/ welches' in ieder Muskel und Nerve empfind-lich wirket/ erscheinet der geprüfte Geist eines gro-ßen ManneS/ welcher mit Martern ringet/ und denAusbruch der Empfindung zu unterdrüken und insich zu verschließen suchet. Er bricht nicht in lau-tcS Geschrei auS/ wie Virgi liuS ihn uns beschrei-bet/2) sondern es entsteigen ihm nur bange und stilleSeufzer/ welche ihm die Eingeweide zusammenpres-sen; daher ziehet er den Unterleib zürnt/ und seineBrust schwellet empor und hier sammeln stch die ver-schlossenen Schmerzen.
§. 36. Man könte mir die Statue einer betag-ten Frau im Museo Capitolino entgegenstel-len^) welche/ wie man sieht/ in großer Bewegungist und den Mund geöfiiet hat/ als wollte sie einlautes Geschrei erheben; besonders/ wen man/ wieich/ annähme/ daß in ibr Hekuba/ die Mutter des
») Lcliol. ad ^5e!lvl. v. ^35. Meyer.
2) ^.n. I. 2. v. 222. M c v er.
3) lttber die Gränzen, welche den: Dichter und dem Malerdnrch die Natur ihrer Kunst selbst gesezt sind, setze mandie vortreffliche Erörterung in Lessings Laokoon.^I
4) ÄIus. t. 3. tav. 62.