Abhandlung:c. 93
Styls aber fehlt die Gratie aus dem gesuchten Wis-sen in den scharf angezeigten Umrissen/ aus übel ver-standener Zierlichkeit/ Übertreibung und Gewaltsam-keit in der Bewegung. Die Stellung des PeleuSauf der Gemme unter Numero 425/ und die steifeBewegung der Hände auf den so eben erwähntenDenkmalen bezeugen diesen gerechten Tadel. Ähn-liche Unvollkommcnhciten lassen sich ebenfalls in denWerken des Michael Angelo Buonarroti be-merken/ wen man sie mit unparteiischen Augen be-trachtet. Dieser Künstler/ indem er seinen Schülernund der Welt sein tiefes Wissen zeigen wollte/ ver-fiel in'S Gezwungene, sowohl was die Zeichnung derTheile/ als was die Stellung der Figuren betrist/besonders der weiblichen/ zumal derer aus den Grab-mälern des Giuliauo und Lorenzo Medici inder neuen Sacristei der Kirche S. Lorenzo in Flo-renz; weßhalb man sagen kan/ daß diese Figuren/da sie von dem eigentümlichen Charakter ihres Ge-schlechts abweichen/ gar keinen haben/ und darumder Anmuth völlig beraubt sind.
s. 20. Ein anderes Merkmal des zweiten so-wohl als des ersten Styls der hetrnrischen Bild-hauerei sind die Haare des HauptS und der SchaaiN/welche in kleinen krausen Lokcn reihenweiS liegen/ aufeben die Art/ wie das Haar der Leukothea undder drei Nymphen auf der oben angeführten erho-benen Arbeit/ oder wie das des These»S und desTydeus unter Numero toi und 106.
Eben so gekräuselt sieht man die Haare des Her-kules auf einem vierseitigen Altare im Museo Ca-pitolino/ worauf die Arbeiten dieses Helden vorge-stellet sind, i) Auf gleiche Art sind auch die Haareder Wölfin von Erzt im Capitolio/ welche den Ro-
t) tG> d. K. 3B. 2K. t5§.z