Abhandlung tt. 89
eben die Art, wie sie aus dem Dunkel der barbari-schen Jahrhunderte sich neu erhob und vervollkom-ncte, nachdem die Wissenschaften wieder aufgelebtwaren. Die Zeichnung/ deren Gegenstand die Nach-ahmung der Natur ist, machte immer die erstenSchritte unter deren Leitung; aber es ist ebenfallsimmer geschehen, daß sie von ihr abwich, indem siedie Spuren derselben verließ, bis sie endlich wahr-nahm/ daß sie die rechte Bahn verfehlt und nunvon neuem zu ihrer alten Führerin und den Grund-stzen zurükkehrte/ von welchen sie ausgegangen war.Diese unabänderliche Erfahrung sindet sich auch inder Zeichnung der hetrurischen Künstler bestätigt.
K. 13. Die ältesten von ihnen gemeißelten Fi-guren gleichen größtentheilS hölzernen Pupen undkönnen nicht für Nachahmungen der belebten Natur/sondern des Geripes der menschlichen Gestalt gelten.Diese Zeichnung ist von der svätern Manier ihrerKünstler durch die Benennung des ersten Stylsder hetrurischen Kunst zu unterscheiden und zumzweiten Style sind die in den nachfolgendenZeiten gearbeiteten hetrurischen Werke zu rechnen.
ß. i^i. An den Werken des ersten hetrurischenStyls bemerkt man verschiedene Stufen der Kunstund Zeit/ indem er mit den plumpesten und unge-schiktesten Figuren begint/ deren man viele theilsin Erzt gegraben/ theils in Stein geschnitten in denMuseen findet. Dan gelangte er zu jenen Werken/an welchen man wahrnimt, daß er eine bessere Formgewonnen und systematischer gewordetl. Von dieserlezten Art aber sind nur sehr wenige Arbeiten aufmiS gelangt/ oder noch nicht bekant. Das größte,welches wegen seiner guten Erhaltung zur Richt-schnur bei Beurtheilung dieses- Styls dienen kan>ist die Leukothea/ eine erhobene Arbeit/ welcheßch in der Villa Seiner Eminenz des Herrn