Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
66
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66 Vorläufige

Künstlern auferlegte, bei den menschlichen Figurenkeine Neuerung vorzunehmen/ auf meiner gefaßte»Meinung beharre: so möchte ich glaube»/ daß alledie vorkommenden Figuren, welche nicht mit demangenommenen Style übereinstimmen/ als keine Über-tretungen jenes Gesezes anzusehen/ sondern späterverfertigt sind/ da das Gefez seine Kraft verlorenhatte. Nun kan dieses aber nicht eher geschehen sei»,als nach der Eroberung Ägyptens durch den persischenKönig Kambyses, Sohn des CyruS, welcher nichtnur die alte Verfassung abschafte, sondern auch dieReligion auszurotten suchte. Da aber Platv/ derlange darauf unter den Nachfolgern dieses Königs injenem Lande war/ eines solchen GesezeS erwähnt: stist es wahrscheinlich/ daß die ägyptischen Künstler,welche noch nicht durch die griechische Bildhauereiaufgeklärt waren, immer noch in den Fußstapfen ib>rer Vorfahren fortgingen, bis Alexander derGroße das persische Reich zerstörte und sich zuniHerrn von Ägypten machte, von welcher Zeit an sichder Zustand der Dinge in diesem Reiche veränderte,und die Ptolem äer, A le xanders Nachfolger, zu-gleich mit den Wissenschaften der Griechen auch derenKünste nach Ägypten brachten, wie ich durch geschieht'liche Beweise in dem vierten Kapitel dieser Abhani»lung darthun werde. Da man nun unter diesen grie-chischen Königen, wie es bei derlei Umwälzungen zugeschehen pflegt, in Ägypten auch griechische Werktzu sehen bekam/ so glaube ich deßhalb/ daß die bijizo von den ägyptischen Künstlern in ihren Arbeite»befolgte Manier zwar nicht gänzlich abgefchaft/ aberdoch verbessert worden; und daher die Bildhauereien,welche ich zur zweiten Epoche zähle.

§. 2». Aus diesen Bildhauereien nehme ich nunbesonders drei weibliche Statuen aus sehr hartem Ba-salte vor, deren zwei man im Mnseo Capitoli»»