Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
44
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Vorläufige

Um zu glauben/ daß die ersten Keime derselbensowohl in Hctrurien und in Griechenland / als inÄgypten, durch eine Art von Nothwendigkeit ent-standen seien / darf man nur erwägen/ daß die Kunstder Zeichnung / so wie die Poesie / bei den Völkerneine Tochter des Vergnügens ist/ und das Vergnü-gen zufolge der Erfahrung eben so nothwendig fürdie Menschheit ist/ als andere Dinge/ ohne welche sienicht bestehen kan. Doch / ohne anzunehmen/ daßdie Kunst der Zeichnung blos'dem Vergnügen diene:wie würde das' Leben beschaffen sein/ wen man ent-fernten Freunden und der Nachwelt nicht das/ wasman wünschet/ durch Hülfe der Buchstaben mitthei-len könte? Nun ergibt sich aber aus' der Geschichteverschiedener Volker/ daß die Kunst / Gedanken undBegebenheiten durch Bilder vorzustellen/ älter ij!als die Schrift.

K. 3. Ob ich nun gleich/ wie gesaget/ mit denjenigennicht einerlei Meinung sein kan / welche behaupten,daß die Zlgyptier Lehrer der Hetrurier und Griechenin der Zeichnung gewesen: so gebe ich doch zu, daxnach Beschaffenheit die in Ägypten übliche Kunstund alles/ wovon die Zeichnung Vorbild und Zlnweisung ist/ so wie die Verehrung der Götter/ den Griechen und Hetruriern von da aus mitgetheilt wordenAber was folget hieraus? NichtS/ als daß es dieser durch die Zlgyptier verpflanzten Kunst eben s«erging wie der Mythologie/ deren Fabeln unteidem griechischen Himmel gleichsam von neuem geboren wurden/ und ganz andere Gestalten und Namen erhielten.

s. 4. ES ist wahr/ niemand läugnet es und nieinand kan nach meinem Dafürhalten es läugncn/ da!die Hetrurier und Griechen später als die Ägyptiüangefangen / Figuren in menschlicher Gestalt zu bi>den. Ein jeder/ welcher die Geschichte kent/ weiß