Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
27
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Vorrede. 27

schlket sich aber wohl die Naktheit für Alexanderund das Diadema für seinen Diener? Ist nicht diefolgende Erklärung/ die ich im Homerus fand/ vielschiklicher/ daß der vermeintliche Arzt nämlich Ne-stor sei/ wie er dem verwundeten Machaon einenBecher mit Wein zur Labung reichet?

DarauS/ daß man bis izo das gar zu weite Feldder ganzen Fabellehre/ der griechischen und römischenGeschichte durchlaufen wollte/ um zu finde«/ was inso vielen und so verschiedenen Werken der altenKünstler vorgestellet sein könte/ ist das erfolgt/ wasnothwendig daraus erfolgen mußte: die aus einem soweiten Felde hergenommenen Erklärungen haben denGeist der Gelehrten so sehr ermüdet/ daß endlich alleihre Vermuthungen bei der Entzifferung des Geheim-nißvollen dieses oder jenes Werkes sich auf die Ge-schichte und auf Begebenheiten eingeschränket haben/die uns bekanter sind/ weil sie näher an unsere Zei-ten gränzen. Da wir ihre Methode befolgten/ habenHomeruS und die Fabellehre angefangen/ für unsganz unbekante Länder zu werden; und da diese Aus-leger in Rom selbst waren/ wo so viele Werke der Al-ten vor Aller Augen liegen: so sind wir um so mehrgeneigt/ ihnen Glauben beizumcssen/ und sie selbst fin-den eS um so leichter/ zu behaupten/ daß daselbstZüge aus der römischen Geschichte abgebildet seien.Sie erfuhren daher immer weniger von den schönstenManieren/ welche die alten Künstler besolgeten/ umetwas ganz anderes/ als man glaubet/ vorzustellen.

So wird man z. B. die in der Fabelgeschichte soberühmte/ durch die Dioskuren veranstaltete Ent-führung der Töchter des Lencippus/ die ich unterNumero 62 aufstelle/ ohngeachtet der Müzen/ wodurchsich diese Söhne Jupiters und der Leda so sehrauszeichnen/ etwa für den Raub der Sabineri-