Vorrede.
^'ch halte mich für verpflichtet/ meine» Lesern erst-lich von den Beweggründen zur Herausgabe diesesWerkeS/ und zweitens von den darin aufgeführetenDenkmalen selbst/ und endlich von der Methode/ dieich bei Erklärung derselben befolget habe/ Rechen-schaft abzulegen.
Beweggründe dazu hatte ich besonders zwei: erst-lich sahe ich/ daß die Samlnngc»/ die wir bis izovon den übriggebliebenen Werken der alten Bild-hauerei haben/ gewöhnlich/ wen sie gleich von gelehr-ten Männern veranstaltet sind/ nur solche Denkmaleenthalten/ die leicht zu erklären sind; oder wen aucheinige schwere darunter vorkommen/ diese doch nichtdarin aufgestellet worden/ um den Inhalt derselbenvor Augen zu legen und den verborgenen Unterrichtan'S Licht zu bringe«; sondern lediglich in Ansehungder reizenden Erfindung und der schönen Zeichnung.
Zu diesen rechne ich vornehmlich Voissard undBellori/ die mehr Zeichnungen der alten erhobe-nen Werke als jeder andere Autor bekant gemachetaben; auch Montfaucon/ welcher/ indem er soVieles umfassen wollte/ Nichts' ergriffen zu habenscheinet/ und da er alleS/ was,ihm in die Händesiel/ das Schöne und Mittelmäßige/ das Leichte undSchwere/ aufnahm / beides ohne Unterschied behan-delt hat; so daß in seinen Zeichnungen das Schönebis zum Mittelmäßige»/ wo nicht gar Schlechtenherabgewürdigt/ und das Schwere eben so eilfertigals das Leichte behandelt ist.
Der zweite Beweggrund zu meinem Unternehmenist weit triftiger und bestehet darin/ daß ich bemerk-
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