64 Geschichte der Kunst.
einem Arme auf das Haupt geleget abgebildet ist/um die Ruhe, zu welcher er gelanget war/ anzu-deuten/ uud diese Stellung ist die Auslegung derzu dieser Figur gesezeten Beischrift: ^
(sollte geschrieben sein'0IM5I 0T)/ der ruhende Herkules. Den al-so haben die Künstler in stehenden und ßzenden Fi-guren theils die Ruhe/ theils ein schlaffeS/ weibli-ches Wesen anzudeuten gesuchet/ welche Bedeutungnach Mafigebung dieser Stand hat in verschiedene»Statuen des Apollo/ des Bakchus und in einemstehenden Hermaphroditen in der Villa desHerrn Cardinals Alexander Albani. Man siehetauch an dem berühmten Sturze eines Herkulesvom Apollouius im Belvedere/ daß derselbe denlinken Arm auf das Haupt geleget gehabt, welcheStellung den Begrif bestätiget/ den ich von diesemWerke gegeben habe. Die übrigen Anmerkungenüber jenes Werk gebe ich in meinen Denkmalendes Altertums.^)
K, 22. Nachdem nun alle.griechischen freien ^Städte/ wie ich erwähnet habe/ entkräftet/ und jdurch den Verlust der Freiheit gedemüthiget waren/ ^die Kunst folglich weder Nahrung noch Ermuitte- lrung in ihrem Vaterlaude fand: lag dieselbe gleich-sam in dem Schoofie ihrer Bürger verlassen/ und !würde in Griechenland dein Anscheine nach gänzlich Igefallen sein. In solchen Umständen wurde sie nachÄgypten von den Ptolemäern/ und nach Asienvon den Seleueiden gerufen / geehret und beloh-net/ so daß dieselbe auf einem neuen Boden gleich-sam ihre Kräfte verneuerte.
§. 23. Die größten Beschüzer der verlassenengriechischen Kunst wurden die griechischen Könige
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