Druckschrift 
5 (1825)
Entstehung
Seite
28
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2» Geschichte der Kunst.

Die zween großen Löwen von Marmor/ welche amEingänge des Arsenals zu Venedig stehen, und von

man nicht, wie jene, in seiner entfernteren, sondern inseiner ersten und natürlichen Bedentung, nämlich dersich meldenden Bekleidung des Kins, und manhalte sie zusammen mit meiner Anwendung dieses Bil>des auf die bearbeitete Oberhaut des Laokoons, s»wird es scheinen, Dionysins habe eben dieses sagenwollen. Hardion (sur une leltre >Io Oenz-5 6Hs>ie.su Pumpes, p. 128 ), welcher diese Stellen nach beidenangeführeten streitigen Gelehrten hat erklären wollen, läs,set uns ungewisser als vorher. Eben dieses Vild gibt dasWort x/uc- in welcher es von andern Scribenten ange>wendet worden, als vom Aristovhan es Mul>. v. 974.),die wollichte Haut der Äpfel anzuzeigen. Winckel-man.

Es scheint, Dionysius wolle in jener Stelle aufuichts anderes als darauf hindeuten, daß Plato durchsein häufiges Anführen von Stellen aus Sängern undDichtern der Vorzeit, durch den Gebrauch veralteterWendungen und Worte, welche er leise und unvermerkt-seinen Schriften einverleibt, seiner Sprache einen sanf-ten Anhauch von Al t e rtü m l i chke it, und ein fri-sches, blühendes, Iugendsülle athmendesColorit gebe, indem jene aus der Kindheit und Ju-gend der griechischen Sprache entlehnten Worte und Re-densarten auch den Charakter ihrer Zeit, wo mehr dasGefühl als der Begrif, melir die Phantasie alsder Verstand das griechische Volk beherfchte, demStyle des ohnehin in dem m»thifchen Zeitalter mirFreude verweilenden Plato verleihen und aufdrüken»Diefes Altertümliche, vermöge feiner Natur unpo-lirt und rauh, ist so innig in den

Styl des Plato verwoben, daß es leise und heimlich,x--, unsichtbar sichtbar durch

seine Schriften durchläuft und ihnen iene

kräftige, jugendliche Farbe, eine Eigenschaft derSprache in ihren frühesten Zeiten, wiedcrverleiht,„ so daß uns aus dem Plato wie ans den dustreichsten« Wiesen eine süße Morgenluft entgegenweht:" «>5--/