Druckschrift 
9 (1825)
Entstehung
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Fünftes Kapitel.

Von Allegorien der Benennung der Sachen

und Personen, l)

§. 215. Das Bild von dem Namen der ge-bildeten Sache oder Person genommen ist leichterzu finden als dasjenige/ welches aus der Eigen-schaft derselben zu ziehen ist/ weil auch ein Kindsolche Vergleichung finden kan. Die Namen undWorte/ welche vielmals Bilder der Formen und Ge-stalten sind/ wie im ersten Kapitel bemerket worden/bieten diese Allegorie an/ und eS sind in allen Spra-

t) Die Allegorien von Benennung der Sachen und Perso-nen gebildet, denen das fünfte Kapitel gewidmct ist,scheinen uns überhaupt verwerflich. Es mag Fälle ge-ben, wo ungcbiirliche Koderimgen an die Kunst geschehen,allein davon kan liier nicht die Rede fein, und hätteauch das Talent großer Künstler die ärgsten Schwierig,keiten in dergleichen Aufgaben zuweilen gelöst, so wärenes blos Ausnahmen. Indessen ist uns von den N am en s>allegorien in der That nie ein Beispiel vorgekommen,das mit Ehren erwähnt zu werden verdiente.

Von wenig besserer Art alS die ?? a m e n s a l l e g o ri cnsind auch die, befouders bei den Jtaliänern so beliebten,und noch gegenwärtig nicht aus der Mode gekommenenAnspielungen auf Wapen, wodurch der gute Ge-fchmak ebenfalls manche Beeinträchtigung erfahren hat.Hier ist uns jedoch wenigstens ein Beispiel geistreicherAnwendung bekant, das nämlich, wo Bernini amGrabmale Papsts Urbans Vlll, in der PeterSkirche diedrei Bienen des bar be ri n i sch e n Familienwapenszerstreut und gleichsam auseinander getrie-ben gebildet hat. Mey er.