6 Buch/ 1 Kap. 366
als mänliche» Figuren ist annoch nöthig zu erinnern/daß dieselben nicht allezeit umgeworfen/ oder ange-than sind/ wie die gewöhnliche Tracht war/ welchessich augenscheinlich begreifen lässet: sondern wie eSder Künstler bequem und dienlich fand; und diesesist so wahr/ daß an einer sizenden kaiserlichen Sta-tue, mit dem Kopfe des Claudius in der VillaAlbani/ das Paludamentum: , welches
ein kurzer Mantel war/ nachschlepeii wurde. DerKünstler derselben aber fand für gut/ einen Theildieses Mantels über den einen Schenkel zu werfen/um einen schönen Faltenschlag zu zeigen/ und nichtbeide Beine zugleich unbedeket zu lasse«/ welches eineMonotonie verursachet hätte.
Z. 35. Die Kleidung der Alten wurde zusam-mengeleget und gepresset/ welches sonderlich mußgeschehen sei»/ wen dieselbe gewaschen wurde: deni mit den weissen Gewändern der ältesten Tracht desweiblichen Geschlechts mußte dieses öfter geschehen;daß die Kleider gepresset worden/ weiß man aus denPressen derselben/ deren Meldung geschiehet/^) undman siehet es an den theils erhobenen/ theils ver-tieseten Reifen/ welche über die Gewänder hinlaufen/und Bruche des zusammengelegeten Tuchs vorstellen.Diese haben die alten Bildhauer vielmals angedeu-tet; und ich bin der Meinung/ daß/ was die Rö-
1) Ix. 1°. III. V. 419. Ilesioci. oper. et (lies, V. Ig3.
2) lurnel). Jäverssi'. I. 23. c. 19.
Die Kleidcrvressen : prela werden erst von den Auto-ren unter den ersten Kaisern erwähnt. (U-n-li-ll. I. 2.epigr. .46. 8t?ncc. aninü, «7. i. Böttigevs
Sabina, 2 N. SS — Sl, ti>6 — 40S S.) Me»er.
Z? lSben §. to dieses Kapitels.)