Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
328
Einzelbild herunterladen
 

S2« Geschichte der Kunst.

nett alten Denkmalen in Kupfer gestochen, >)und stellet die zwölf oberen Götter vor. Ausser

t) lNumero 5/! Alus. t. 4. t!>I>. 2Z. In de»l

Musco Eapitolino des Marchese Lueatelli sx.-Z.)wird irrig vorgegeben, daß dieses Werk zu Nettunoan der See gesunden worden. Dieses hat der Cardi-nal Alexander Albani in einer eigenhändigen An«merkung zu dieser Sckrist widerleget. Es stand ehe-mals in einer Villa vor der Port« del Popolo,die dem Hause Medicis geHorte, und der GroßkerzogKosmus III. beschenket? gedachten Herrn Cardinal da-mit, durch welchen es mit dessen ehemals gemachterSamlung von Altertümern in das Campidoglio gesezetworden. Winckelmaii.

Wen wir auch dieses Denkmal der alten griechischenKunst zurükzustellen geneigt find, so wird damit blosdes Autors eigene Muthmaßung deutlicher ausgespro-chen, indem er selbst seine Zweifel über die hetru-risch e Abkunft desselben sehr bestimt zu erkennen gibt.Daß er es aber für fvätere Arbeit halten will, als denvierekige» und den runden Altar, beide ebenfalls imMufeo Capitolino, von welchen kurz zuvor geredetworden, scheint in der That irrig, indem die besagterunde Brunnenmündung, mit Figuren der zwölf obernGötter geziert, eines der ältesten griechischen Werke seinmag, worüber wir iezo Gründe beibringen , und der mehre-ren Klarheit wegen dieselben noch mit einer genauenAbbildung des Kopss, nebst einem Theile der Figur derJuno, welche zu den wohlerhaltenfien dieses MonumentSgehört, begleiten wollen, lunter den AbbildungenNumero 2S.^! Erstlich ist aus die Bearbeitung desMarmors viel Fleiß und Sorgfalt verwendet, uud ob-gleich einiges mehr, anderes weniger gelang, so sezteder Künstler doch augenscheinlich sein ganzes Vermöge»daran. Freilich wußte er den Stof noch nicht leicht zubändigen und die Mühe wird offenbar. Aber diese un-ausgebildete Technik steht im vollkommenen Verhältnissemit dem eben fo wenig ausgebildeten Geschmake, derErfindung der Forme» u. s. w. Sonach dürfen wirVorausfezen, dieses Werk sei wirklich ursprünglich, we-