3 Buch/2 Kap. 3is
Z. tZ. Die stärkste Muthmaßung einer betrurischenArbeit könte auf die Statue eines sogenanten Prie-sters/ über Lebensgröße und zehn Palmen hoch/in der Villa Albani/^) fallen / welche unbeschä-diget geblieben / bis auf die Arme/ die ergänzet sind.Die Stellung derselben ist völlig gerade mir nahe beieinander stehenden Füßen. Die Falten des Noks ohneÄrmel gehen alle parallel/ und liegen wie geplättetauf einander; die Ärmel des Unterkleides sind inkrepichte gepressete Falten geleget/ von welcher ArtTracht ich zu Ende des folgenden Stüks/ und inder Folge bei der weiblichen Kleidung ein Nied-reres anmerke. Die Haare über der Stirne liegenin kleinen geringelten Loken; nach Art der Schnec-kenhäuser/ so wie sie mehrentheils an den Köpfender Hermen gearbeitet sind; und vorn/ über denAchseln herunter/ hängen auf jeder Seite vier langegeschlängelte Stripen Haare; hinten hängen diesel-ben/ ganz gerade abgestuzt/ und lang von dem Ko-pfe gebunden/ unter dem Bande in fünf langen Lo-ten herunter/ die zusammenliegen/ und einigermaßendie Form eines Haarbeutels mache»/ von an-derthalb Palmen lang. Ohngefahr von eben solcher
t) Fea st.Z. p. 4ZZ.) will diesen sogenanten Priester,dessen Abbildung er (t. 1, i->v, ig.) liefert, der Arbeit we-gen, und als ein Werk Von griechischem Marmor liebersnr griechisch halten. Wir selbst wollen kein Urtheilhierüber abgeben, sonder» die Sacke aus sich beruhenlasse», weil das Werk etwas Uucrsreuliches hat,was uns von der mehrmal vorgenommenen nähernBetrachtung desselben abgehalten. Das aber glau-ben wir dcmungeachtet versichern zu könne», daß diesesBild schwerlich vo» so hohe»! Altertume sei, als W i tt-ckelma» angenommen zu haben scheint, indem er sol<ches, wie ma» weiterhin sehen wird, unter die hetr ly-rischen Denkmale der ältesten Zeit und des erstenStyls rechnet. Mkher.