Geschichte der Kunst.
§. 2. In dem älteren Style hat die Zeichnungdes Nakenden deutliche und begreifliche Eigenschaf-ten/ welche dieselbe nicht allein von der Zeichnunganderer Völker/ sondern auch von dem späterenStyl der Ägypter unterscheiden; und diese findensich und find zu bestimmen: sowohl in der Umschrei-bung des Ganzen der Figur/ als' in der Zeichnungund Bildung eines jeden Theils insbesondere.
§. 3. Die allgemeine und vornehmste Eigenschaftder Zeichnung des Nakenden in diesem Style ist dieUmschreibung der Figur in geraden und wenigausschweifenden Linie»/ welche Eigenschaft auchihrer Baukunst und ihren Verzierungen eigen ist;daher fehlen den ägyptischen Figuren ans einer Seitedie Gratien/ Gottheiten/ die den Ägyptern un-bekant waren, und ans der anderen Seite dasMalerische/ welches beides Strabo von einemTempel zu McmphiS urtheilet. Der Stand derFiguren ist steif und gezwungen; aber paralleldicht zusammenstehende Füße/ wie sie einige alteScribenten als ein allgemeines Kenzeichen ägyp-
Evoche begiklt. Die fünfte Epoche, oder der Styl derNachahmung in Nom, wird angefangen haben seit derEinführung der ägyptischen Gottheiten in diese Stadt,»ind ist vornehmlich durch Hadrianns begünstigt worden.Gegen diese Eintheilung wurde sich gar mancherleierinnern lassen, was uns aber in wcitläustige Untersu-chnngen verwikel», und am Ende doch »u keinem ander»Resultat sichren möchte, ausser daß Winckelmans ein-fache Eintheilung den noch vorhandene» ägyptischen Mo-numenten angemessener ist, als die, welche Fea porge-fchlage», wo es gewiss nicht leicht irgend einen, gelingenwird, alle fünf Epochen in deutlicher Unterscheidung a»Kuustwerken nachzuwei'en, Ä! e y e r>
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