Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
66
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66 Geschichte der Kunst.

den Z» Theben/ bereits aufgeführet/ da über dieKunst bei den Griechen annoch Dunkelheit und Fin-sterniß schwebetcn. Von dieser zeitigeren Blütheder Kunst bei den Ägyptern scheinet der Grund disgroße Bevölkerung ihres Reichs und die Macht ih-rer Könige zu sein; da durch diese ausgeführetwerden konte/ was der nothwendige Fleiß/ den jeneerweket/ erfand. Die Bevölkerung aber sowohl alsdie Macht der Könige in Ägypten beförderte selbstdie Lage und die Natur dieses Landes. Diese inder beständig gleichen Witterung und unter demwarmen Himmel erleichterte allgemein das Lebenvnd den Unterhalt der Einwohners) und da ihreKinder bis zu erwachsenen Jahre» nakend gingen/wur-de dadurch die Fortpflanzung aufgemuntert. ?) Durchjene/ die Lage/ aber hat gleichsam dieNatur Ägyp-ten zu einem einzigen untheilbaren und folglichmächtigen Reiche bestimmet/ da ein einziger großerFluß dieses Land durchströmet/ und da gegen Nor-den das Meer/ und von andern Seiten hohe Ge-birge dessen Gränzen sind: den der Fluß und dieebene Fläche dieses Landes war der Theilung zu-wider; und wen zu einer gewissen Zeit mehrere Kö-nige daselbst waren/ so hat diese Verfassung sehrkurze Zeit gedauert/ und Ägypten genoß daher/mehr als andere Reiche/ Ruhe und Frieden/ wo-durch die Künste erzeuget und genähret wurden.

z) 8ic. I. I. Z. 3^. Fea.

2) Dieser Grund scheinet nicht sehr haltbar. Plinius(I. 7- c. 3. sect. 3.) / Solinus (c. !.) und Senecac>u!«si, I. z. c, ZÜ,) schreibe» die fast unglaublicheFruchtbarkeit in Ägypten den Eigenschaften des Nils zu.F e a.

Winckelman wollte nur sage», weil die Erzie-hung in Äguvten wenig kostete, werde die Fortvfla»-;una sehr begünstigt. Sicbelis.