des Schönen!e. 257
§.30. In Deutschland fehlet es ebenfallsnicht an Werken der alten Kunst. ZuWie n aber istnichts was' Erwähnung verdienete/ ausser ein schö-nes Gefäß von Marmor / in der Größe und Formder berühmten Vase in der Villa Borg h esc/ miteinem erhoben gearbeiteten Bakchanale umher.Dieses Stük ist in Rom gefunden/ und gehöretedem Cardinale Nieolo del Giudice/ in dessenPalaste zu Neapel es stand. Bei Berlin/ zu Cl>a»lottenburg/ stehet die Samlung alter Werke/welche der Cardinal Polignac zu Rom gemachethat. DaS bekanteste sind eilf Figuren/ welche derehemalige Besizer eine Familie des LykomedeSgctaufet hat/ da» ist/ Achilles in Weiber-kl eidern unter den Töchtern von jenemversteket: inan muß aber wissen/ daß alle äusserenTheile dieser ,Figuren/ sonderlich die Köpfe/ neu/und/ was das schlimste ist/ von jungen Anfängernin der französischen Akademie zu Rom gemachet wor-den sind; der Kopf des sogenanten LykomedeSist das Bild des berühmten Herrn von Stosch.Das beste Stük daselbst ist ein sizendes KindvonErzt/ welches mit den Knochen spielet / welchedie Griechen Astragali/ und die Römer Talinenneten/ und anstatt der Würfel dieneten. DergrößteSchaz von Altertümern befindet sich zn Dres-den: eS bestehet derselbe aus der Galerie Chigi inRom/ welche König AugustuS mit 6»>oo0 Scndierstand/ und denselben mit einer Samlung von Sta-tuen vermehrete/ welche der Herr Cardinal Alexan-der Albani demselben für 10,000 Scudi überließ.Ich kan aber das Vorzüglichste von Schönheit nichtangeben / weil die besten Statuen in einem Schupenvon Bretern/ wie die Häringe gepaket/ standen/und zu sehen, aber nicht zu betrachten waren.Einige waren bequemer gestellet/ und unter den»