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12.
Nein Freund!
Z. t. Über den Verzug dieses' Ihnen verspro-chenen Entwurfsvon der Fähigkeit/ das Schönein der Kunst zu empfinden/ erkläre ich michmitdemPindarus/ da er den AgesidamuS/einenedlen Jüngling von Lokri/ „welcher schön von Gestalt/„und mit der Gratie übergössen war/" auf eineihm zugedachte Ode lange hatte warten lassen:„ Die mit Wucher bezahlete Schuld (saget er/) hebet„ den Vorwurf. " Dieses kan Ihre Gütigkeit aufgegenwärtige Abhandlung deute»/ welche umständli-cher ausgefallen ist/ als es die anfängliche Meinungwar/ da das Versprochene unter andern sogenantenrömischen Briefen erscheinen sollte.
§. 2. Der Inhalt ist von Ihnen selbst herge-nommen. Unser Umgang ist kurz/ und zu kurz fürSie und für mich gewesen; aber die Übereinstim-mung der Geister meldete stch bei mir/ da ich Siedas erstemal erblikete. Ihre Bildung ließ mich aufdaS/ was ich wünschet-/ schließen: und ich fand ineinem schöne» Körper eine zur Tugend ge-schaffene Seele/ die mit der Empfindungdes Schönen begäbet ist. ES war mir daher derAbschied von Ihnen einer der schmerzlichsten mei-nes Lebens'/ und unser gemeinschaftlicher Freund istZeuge davon/ auch nach Ihrer Abreise: den Ihre