Torso im Belvedere. 227
über welchen ich viel und lange gedacht habe, nn-geendigt geblieben/ und gegenwärtige Beschreibungselbst möchte noch die lezte Hand nöthig haben.
ß. 3. Man sehe sie an als eine Probe vonden?/ was' über ein so vollkommenes Werk der Kunstzu denten und zu sagen wäre/ und als eine Anzeigevon Untersuchung in der Kunst. Den es ist nichtgenug/ zu sagen / daß etwas schön ist: man sollauch wissen/ in welchem Grade und warum esschön sei. Dieses wissen die Antiquarii in Romnicht/ wie mir diejenigen Zeugniß geben werde»/die von ihnen geführet sind/ und sehr wenige Künst-ler sind zur Einsicht des Hohen und Erhabenenin den Werken der Alten gelanget. Es wäre zuwünschen/ baß sich jemand fände/ dem die Umständegünstig sind/ welcher eine Beschreibung der bestenStatuen/ wie sie zum Unterrichte junger Künstlerund reisender Liebhaber unentbehrlich wäre / unter-^ nehmen und nach Würdigkeit ausführen könte.
Ich führe dich izo zu dem so viel gerühmten/und niemals genug gepriesenen Sturze eines Her-kules; zu einem Werke/ welches das vollkommenste inseiner Art/ und unter die höchsten Hervorbringuugender Kunst zu zählen ist/ von denen/ welche bis auf un-sere Zeiten gekommen sind, Wie aber werde ich dir den-selben beschreiben/ da er der schönsten und der bedeu-tendsten Theile der Natur beraubet ist! So wie voneiner prächtigen Eiche/ welche umgehauen und vonZweigen und Ästen entblößet worden/ nur der Stamallein übrig geblieben ist: eben so gemißhandelt undverstümmelt sizet das Bild des Helden; Kopf/Arme und Beine und das Oberste der Brust fehlen.
z. 5. Der erste Anblik wird dir vielleicht nichts,als einen verunstalteten Stein entdeken; vermagst