Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
198
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Erläuterung

dem Verwände/ daß ein einziger Tempel nichezwo Gottheiten fassen könte. MareelluS ließalso zwei Tempel nahe an einander bauen/der-gestalt/ daß man durch den Tempel der Tugendgehen mußte/ um in den Tempel der Ehre zugelangen; nm dadurch zu lehre»/ daß man alleindurch Ausübung derTugend zur wahrenEhregeführet werde. Dieser Tempel war vor der PortaCape na. Es fällt mir hierbei ein ähnlicherGedanke ein. Die Alten pflegeten Statnen von häß-lichen Satyrs zu machen / welche hohl wa-ren: wen man sie öfnetc/ zeigeten sich kleine Fi-guren der Gratien. Wollte man nicht dadurchlehren/ daß man nicht nach dem äusseren Scheineurtheilen solle/ und daß dasjenige/ was der Gestaltabgehet/ durch den Verstand erfezet werde?

Ich befürchte/ daß einige Bedenken indem Sendschreiben wider meine Schrift vonmir können übergangen worden sei»/ auf die ichzu antworten gewillet war. Ich entsinne mich hierauf die Kunst der Griechen/ aus blauen Augenschwarze zu machen: DioS korideS ist der einzi-ge Scribent/^) der von derselben Meldung gethanhat. ES ist in dieser Kunst auch in neuern Zeitenein Versuch geschehen. Eine gewisse Grävin inSchlesien war eine bekante Schönheit unserer Zeiten/man fand sie vollkommen; n-,r hätten einige ge-wünfchet/daß sie statt der blauen Augen schwarzegehabt hätte. Sie erfuhr den Wunsch ihrer Anbe-ter/ und wendete alle Mittel an/ die Natur zu än-

i) Hlarcell. 23.1

' 2) Vulpii 2. I. 2. e. 20. p. 176.

Z) kauiei', t. 2. 1. 1. cli. 11. x.

4) vioscor. <1e re niediea, 1. 5. c. »79.