Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
187
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der Gedanken zc. ^87

den Nil persönlich gemachet hatte. Eine nochstärkere Partei hat sich wider die Deutlichkeitder Allegorie erkläret; und in diesem Punkte hatle Brun ungeneigte Richter gefunden/ und findetsie noch izo. Aber wer weiß nicht/ daß Zeit undVerhältniß mehrentheilS Deutlichkeit und dasGegentheil zu machen pfleget? DaPhidiaS sei-ner VenuS zuerst eine Schi ldk r ö te zugegeben/waren vielleicht wenige von der Absicht des Künst-lers unterrichtet/ und derjenige/ welcher ebendieser Göttin zuerst Fesseln angeleget/ hat viel ge-waget. Mit der Zeit wurden diese Zeichen so be-kant/ als es die Figur war/ welcher sie beigelegetworden. Aber die ganze Allegorie hat/ wiePlato von der Dichtkunst überhaupt saget/ et-was Räthselhaftes / und ist nicht für jederman ge-macht.^) Wen die Besorgung / denen undeutlich zusein/ die ein Gemälde wie ein Getümmel vonMenschen ansehe»/den Künstler bestimmen sollte/ sowürde er auch alle ausserordentliche fremde Ideen ersti-ken müßen. <5) Die Absicht des berühmten Friedrich Ba-rocci mit einer Kirsche^) auseinemMartyrertod

Eben diese Geschichte, und wahrhaftig von PoussinsHand, ist auf der königlichen Galerie zu Dresden. Manstellet, wie vortheilhaft sich der Künstler der Figurdes Flusses zu seiner Cvmposttio» bedienet hat.Winckelma n.

2) LmijuAal. prsecept, k. 6. p. 5ZL. eöit. kcislv.ü

3) ?Isto. LIcidiiiä. 2. z>. 4?7- I. 3c>.

4) «le' proless. z>. 11g.

6) ^^cnville cle la Vie peinires) hat, wie es

scheint, das Wort cilirgia cKirsche) nicht verstanden,weil er gesehen, daß es ein Zeichen des Frühlings seinsollen, so machet er aus derKirsche einen S ommervo-gel; den Hauptvorwurs des Gemäldes ließ er unberiihret,und nahm nur das Madchen allein. Winckelman.