emer Mumie te. 113
nichts weiter/ als daß 25 Buchstabe» im ägypti-schen Alphabet gewesen. Della Valle ist sehrgeneigt/ durch die Schrift auf der Mumie das'Gegentheil zu zeigen; und Kircher treibt seineMuthmaßungen noch weiter/ und suchet auf dieselbeein neues Gebäude aufzuführen/ welches' er durchein paar Überbleibsel von eben der Art zu unter-stüzen vermeinet. Er will beweisen/ daß die alteägyptische Sprache von der griechischen nicht weiterals in der Mundart verschieden gewesen. 2) Nachder Gabe/ welche er besessen/ etwas zu finden/ woes niemand gesuchet hätte/ entstehet er stch nicht/einigen alten historischen Nachrichten eine angedich-tete Auslegung zu gebe» / um ste zu seiner Abstehtzu gebrauchen.
§. 12. Herodot/ sagt er/ „ berichtet/ derKö-„ nig Psammetichus habe Leute/ die ihrer„ Sprache vollkommen mächtig gewesen/ aus Griechen-„ land nach Ägypten kommen lassen/ um seiner Na-tion die Reinigkeit der Sprache zu lehren. " Folg-lich/ schließt er/ war in beiden Ländern einerleiSprache. Der griechische Geschichtschreiber abersagt gerade das Gegentheil. Obgedachter König hatstch/'nach seinem ausdriiklichen Berichte/ der Jo-nier und Karier / welche die Freiheit erhalten / stchin Ägypten niederzulassen/ bedienet/ junge Leute inder griechischen Sprache unterrichten zu lassen/ umDolmetscher zu ziehen.
§. 13. KircherS übrige vermeinte Beweise/dergleichen er aus den vielen Reisen der griechischenWeltweisen nach Ägypten/ und aus dem Verkehrbeider Nationen/ ziehet/ die aber nicht einmal die
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