der griech. Werke ic.
66
ß. 172. Man benimt also dcr Malerei dasjeni-ge/ worin ihr größtes Glük bestehet/ nämlich dieVorstellung unsichtbarer/ vergangener und zukünfti-ger Dinge.
§. t73. Diejenigen Malereien aber/ welche andiesem oder jenem Orte bedeutend werden tönten /verlieren das> was sie thun würden/ durch einengleichgültigen oder unbequemen Plaz/ den man ih-nen anweiset.
Z. 17-j. Der Bauherr eines neuen GebäudeS/
Oives sAri», clives ziosNis in kosnoie nummis,
wird vielleicht über die hohen Thüren seiner Zim-mer und Säle kleine Bilder sezen lassen/ die wi-der den Augenpunkt und wider die Gründe der Per-spectiv anstoßen. Die Rede ist hier von solchenStüken/ die ein Theil der festen und unbeweglichenZieraten sind; nicht von solchen/ die in einerSainlung nach der Symmetrie geordnet werden.
Z. 475. Die Wahl in Verzierungen der Bau-kunst ist zuweilen nicht gründlicher: Armaturenund Tropheen werden allemal auf ein Jagdhausebenso unbequem stehen^) alS GanymedeS undder Adler/ Jupiter und Leda unter der erho-benen Arbeit der Thüren von Erzt/ am Eingangder St. Petcrskirche in Rom.
§. t76. Alle Künste haben einen gsdopeltenEndzwek: sie sollen vergnügen und zugleich un-terrichte»/^) und viele von den größten Land-schaftmalern haben daher geglaubet/ sie würden ih-rer Kunst nur zur Hälfte ein Genüge gethan haben/wen sie ihre Landschaften ohne alle Figuren gelas-sen hätten.
1) Ilorst. pis. v. 421.I
2) lVv. an Uden v. Z Jml. 4755.1
3) xrolleL!,? volunt aut tlelectare. —
Horst, aä 333.1