Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
48
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4s Gedanken nb» d. Nachahmung

machet; und daß man eine große Gleichheit unterden Köpfen in des Guido Reni Werken/ undunter den Köpfen auf der bekaiiten musaischen Ent-führung der Europa hat finden wollen/ istbereits von ander« bemerket.

K. 1^5. Wen dergleichen Frescogemälde ein ge-gründetes Urtheil von der Malerei der Alten gebentönten ; so würde man den Künstlern unter ihnenaus Überbleibseln von dieser Art auch die Zeichnungund den AuSdruk streitig machen wollen. .

Z. Die von den Wänden des herculani-fchen Theaters mit samt der Mauer' versezten Ma-lereien mit Figuren in Lebensgröße/ geben UNS/wie man verstchert/ einen schlechten Begrif davon.Der TheseuS/ als ein Überwinder des Mino-tauren/ wie ihm die jungen Athenienser die Händeküssen und seine Knie umfassen; die Flora nebstdem Herkules und einem Faun; der vorgege-bene Gerichtsspruch des DecemvirS AppiuSClaudius/ sind nach dem Augenzeugniß einesKünstlers zum Theil mittelmäßig/ und zum Theilfehlerhaft gezeichnet. In den mehresten Köpfen ist /wie man versichert / nicht allein kein AuSdruk/son-dern in dem AppiuS Claudius sind auch keineguten Charaktere.

§. i^7. Aber eben dieses beweiset/ daß es' Ma-lereien von der Hand sehr mittelmäßiger Mei-ster sind; da die Wissenschaft der schönen Verhält-nisse/ der Umrisse der Körper/ und des AusdrukSbei griechischen Bildhauern/ auch ihren gutenMalern eigen gewesen sein muß.

§. Diese den alten Malern zugestandene»Theile der Kunst lassen den neuern Malern nochsehr viel Verdienste um dieselbe.

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