Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
27
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der griech. Werke ie. 27

getheilet/ von der Stirne an bis' da/ wo sie hintenzusammengebunden sind. An dem andern Kopfegehen die Haare glatt über die Scheitel, und dievorder» gekräuselten Haare sind durch ein Bandgesammelt und gebunden. ES ist glaublich/ daßdieser Kopf durch eine neuere/ wiewohl gute Hand/gearbeitet und angesezet worden.

§. 66. Das Haupt dieser beiden Figuren istmit keinem Schleier bedeket/ welches ihnen aberden Titel der Bestallen nicht streitig machet; daerweislich ist/ daß sich auch anderwärts Priesterine»der Vesta ohne Schleier finden. Oder es scheinetvielmehr aus den starken Falten des Gewandeshinten am Halse/ daß der Schleier/ welcher keinabgesondertes Theil vom Gewände ist/ wie an dergrößten Vestale zu sehen/ hinten übergeschlagenliege.

Z. 67. ES verdienet der Welt bekant gemachetzu werden/ daß diese drei göttlichen Stiike die er-sten Spuren gezeiget zur nachfolgenden Entdckungder unterirdischen Schäze von der Stadt Hercu-lanum.

§. 68. Sie kamen an das Tageslicht / da an-noch das Andenken derselben gleichsam unter derVergessenheit / so wie die Stadt selbst unter ihreneigenen Ruinen / vergraben und verschüttet lag :zu der Zeit/ da das traurige Schiksal/ welches die-sen Drt betroffen/ nur fast noch allein durch des jün-gern Plinius Nachricht von dem Ende seinesVetterS/ welches ihn in der Verwüstung von Her-culanum zugleich mit übcreilete/ bekant war.

§, 69. Diese großen Meisterstüke der griechi-schen Kunst wurden schon unter den deutschen Him-mel versezet/ und daselbst verehret/ da Neapel nochnicht das Glük hatte/ ein einziges herculanischeSDenkmal/ so viel man erfahren können/ auszuweisen.