Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
8
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s Gedanken üb. d. Nachahmung

fremde Colonie/ in Sachsen eingeführet worden.Unter seinem Nachfolger/ dem deutschen Titns'/sind dieselben diesem Lande eigen worden / und durchsie wird der gute Geschmak allgemein.

§. Es' ist ein ewiges Denkmal der Größedieses Monarchen/ daß zu Bildung des guten Ge-schmaks die größten Schäze aus Italien/ und wassonst Vollkommenes in der Malerei in andern Län-dern hervorgebracht worden/ vor den Augen allerWelt aufgestellet sind. Sein Eifer/ die Künste zuverewigen/ hat endlich nicht geruhet/ bis wahr-hafte untrügliche Werke griechischer Meister/ uni>zwar vom ersten Nange/ den Künstlern zur Nach-ahmung sind gegeben worden.

§. ö. Die reinsten Quellen der Kunst find ge-öfnet: glüklich ist/ wer sie findet und schmeket.Diese Quellen suchen/ heißt nach Athenreisen; und Dresden wird nunmehro Athen,für Künstler.

§. 6. Der einzige Weg für uns'/ groß / ja / weil esmöglich ist/ unnachahmlich zu werden / ist die Nach-ahmung der Alten/ und was jemand vc-m Homergefaget/ daß derjenige ihn bewundern lerne/ der ihtrwvbl verstehen gelernet/ gilt auch von den Kunst-werken der Alten/ sonderlich der Griechen. Manmuß mit ihnen/ wie mit seinem Freunde/ bekandgeworden sein/ um den Laokoon eben so unnach-ahmlich als den Homer zu finden. In solcher ge-nauen Bewirtschaft wird man/ wie NikomachuSvon der Helena des ZeuxiS/ urtheilen: Nimmeine Augen / (sagte er zu einem Unwissenden ^der das Bild tadeln wollte/) so wird sie dir eineGöttin scheinen. " t)

K. 7. Mit diesem Auge haben M i ch a e l A n g e l o,

t) ÜDer Maler Nikomachus that diesen AusspruchScriu, 5I.). Äl > a u »eilt ih» «her Niko st r a t u s.l