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WinckelmanS
lübde gemacht/ sich selbst und seine Stelle als Präsi-dent der Altertümer nicht wie sein Vorfahr/ der auseiner gesunkenen AdelSfamilie war/ dadurch zu erniedri-gen/ daß er Fremde führte/ wen er es nicht aus höhe-rem Auftrag oder großer Verbindlichkeit thun mußte, l)
Was seine literarische Thätigkeit betrist/ von derhier zu reden ist/ so wird eS schiklicher sein/ alles/was sich auf die Entstehung/ Ausarbeitung undSchiksale seiner zwei Hauptwerke/ der Geschichteder Kunst des Altertums und der altenDenkmale bezieht/ zusammenzufassen/ anstatt öfterwieder auf dieselben zurükzukommen.
Wie schon oben angezeigt worden/ entstand derPlan zur Geschichte der Kunst des Alter-tums im zweiten Jahre seines Aufenthalts in Rom/^)ob er sie aber deutsch/ italiänisch/ französisch oderlatein aussezen sollte/ darüber war er aus dem dopel-ten Grunde zweifelhaft/ weil sein Cardinal sich dar-über empfindlich zeigte/ daß er in seiner Mutter-sprache zu schreiben sorrfuhr:
Vuin vivis RoiNW, vivit.0 inore!
und weil er im Deutschen weder regelfest zu seinglaubte/ noch durch Lectüre guter Schriften oder durchmündliche Unterredungen die Fertigkeit und Gewandt-heit im Ausdruke zu behalten hoffen koilte; den inder langen Zeit von 1756 bis 1768 hatte er von gutgeschriebenen Werken der deutschen Literatur nichtsweiter als GeßnerS Idyllen und dessen TodAbels/ LessingsLaokoon und M e n d e l s0 h n sPhäd 0 n zu Gesicht bekommen. Da eS ihm indessennicht an Vorrath von Worten fehlte / und feine Ge-danken durch einen langen Umgang mit den Alten die
1) Nr. an Muzel > Stosch, v. 7 Dec. 176Z.
2) Vr. an Volkman, v. 18 Jun. 1762.
Z) Br. a» Weißc, v, April 17ül.