Biographie.
I.XVII.
„ zu geben, die Kritiken noch strenger sein müßen/„als ich sie machen kan: nnterdeß werden die mei-„ nigen diesem großen Kenner doch zeigen/ wie sehr„ mich seine Werke interessirt haben."
Auch Gottsched lieferte eine Recension/) wovonaber Winckelman/ dem es nicht gleichgültig war/wer urtheilte/ sagt: „ Er Hütte weniger loben und„sich besser unterrichten lassen sollen."^)
Seine Gedanken über die Nachahmungder griechischen Werke in der Malerei undBildhauerkunst grif er selbst/ in einem anony-men Sendschreiben darüber/ an, und vertheidig-te sich sodan in einer Erläuterung der Gedan-ken und Beantwortung des Sendschrei-bens. Die erste dieser zwei Schriften machte ernoch in Dresden fertig/ die andere aber in Rom;und alle drei erschienen in einer neuen Auflagebeisammen zu Dresden 1756 in Quarto. Die Cita-' tionen sind nunmehr nicht gespart; überall offenbartsich eine große Bclescnhcit/ ein seiner/ richtigerGeschmak/ und die Keime zu weitern Werken. Wenman in MontesquieuS persischen Briefenschon die ersten Hdeen zu dessen nachherigen Geistder Geseze wahrnimt: so findet man auch in denersten Schriften unseres Autors die Aufangslinien zuseinen großen Zeichnungen in der Geschichte derKunst.
Den 20 September t7>55 trat Winckelmaiiseine lang ersehnte Reise nach Rom an. Er wardurch die Fürsorge des PaterS Rauch gut ausge-stattet/ und mit ungefähr 80 Ducaten ReisegeldVersehen worden. Die Zeit seines Aufenthalts in
^ z) Neuestes au s d er a » ni u th ige n Gefehvsanikeit/5 u. 6 Band.
Br. an Gciizmav, V, 1 Jun> 5756.