Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
LVII
Einzelbild herunterladen
 

Biographie.

Ärgerniß nehmen könne»/ bei Seite lassen. Alleindie Geseze der Biographie fodern Wahrheit undWinckelman will sie ebenfalls. „ Geben Sie nichts„ an, (schreibt er an Mn; el - Stosch / der seines„ Oheims Leben verfassen wollte/) was keinen Grund„ hat und viele Menschen besser wissen. — Ist das„Leben gut geschrieben/ so lassen Sie auch die„Wahrheit darinen erscheinen. Die Güte einer„ Sache bestehet darin, daß sie ist/ was sie ist und„ sein soll." <)

Wider die Behauptung/ daß Winckelman diechristlichen Confessionen für seine Person als ziemlichgleichgültig betrachtet habe/ könte man den Kampfanführen/ dem fein Inneres lange Zeit vor feinemÜbertritt ausgefezt war; woraus man den schließenmöchte/ er sei in seinen religiösen Ansichten uneinSmit sich selbst gewesen. Allein die Geschichte lehreteS/ und ich spreche aus eigener Erfahrung / daß ganzandere Dinge als eine Uneinigkeit in den Meinungenden lezten Schritt langsam und schwer machen.Die Überlegung/ wie sehr man die Personen belei-dige und erzürne/ die man am meisten liebt undehrt; die Vorstellung/ daß man nach den Begriffe»/die zum Bestände und zur zeitlichen Wohlfahrt einerjeden RcligionSpartei nöthig sind / gewissermaßen alsehrlos betrachtet werde/ und endlich die angenehmenBande der Gewohnheit von Jugend auf, dieses sinddie Zerstörer der innern Ruhe und die Anstifter desKampfes auch bei solchen Menschen/ vor deren Au-gen jede Wolke eines Zweifels verschwunden ist.Winckelman fand in feiner Lage einen erleich-ternden Vorzug/ welcher selten ist- er hatte wederEltern noch nahe Anverwandten mehr, und niemalsGeschwister gehabt. „In Ihnen (schreibt er au

Bv. v. 2 Sept. 175?.