Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
214
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Sendschreiben v. d.

der Form und Größe jener Buchstaben machen; diein der Schrift vonTugenden und Lastern sindgrößer. ES war aber damals schon die Cursiv- ,schrist im Gebrauche/ wie der unten angeführeteVerS des EuripideS zeiget.

K. 4 23. Die Form der Buchstaben ist verschieden !von dem Begriffe in diesen Zeiten: den die Buch-staben mit bervorspringenden Stäbchen/ als amsind von denen/ welche die Schreiberei der altenGriechen untersuchet haben/ in spätere Zeiren gese- -zet/ und Baudelot saget kek/') und ohne Aus-nahme/ daß so geformte griechische Buchstaben vonspätern Zeiten seien. Diese Art sich anSzudrükcn istbckant/ und er will damit die lezten Zeiten derrömischen Kaiser anzeigen. ES sind alle alteTabellen von dem verschiedenen Alter griechischerBuchstaben / die bisher an das Licht getreten sind/fehlerhaft/ und dieses kan sonderlich aus Münzendargethan werden. DaSOmega z. E. geschrieben >in Ouadratlettern/ sezet Montfaucon in die Zei-ten des DomitianuS/ und eS befindet sich bereitsein paar hundert Jahre zuvor auf Münzen syri-scher Könige/ und in eben der Cursiv formstehet eS in der Inschrift auf dem Rande dergroßen Vase von Erzt im Camvido^lio/ welcheMithridateS Eupator/ der lezte berühmte Kö-nig von seinem Stamme im PontuS/ in ein vonihm gestiftetes Gymnasium gefchenket hatte. ES kanaber die Unrichtigkeit in dieser Zeitrechnung zu sehrirrigen Begriffen verleite»/ wie an dem wunderbarschönen Sturze eines Herkules im Belvederc/oder dem sogenanten Torso des Michel Angelv/geschehen sein würde/ weil man sich Mühe geben

1) UtiütL lieg t. 2. p. 127.

2) lVriefe an Bianconi §.