und mit seiner Familie in das neutrale Meklenburg nach dem Hahnschen Gute Ramelow zu fliehen,woselbster am 1./12. December 1712 seinen Leiden erlag.
Seine Leiche wurde zunächst bis zu ruhigen Zeiten in Pommern in dem Gewölbe zu Schwanebeckbeigesetzt und erst am 22. Februar 1714 in das Schwerinsche Erbbegräbniss zu Iven überführt.
Die Mitbelehnung von Wopersnow und Lieps hatte Philipp Julius 1686 und 1689 empfangen, 2) undim Lehnbrief von 1705 waren ihm von Seiten der Schwedischen Regierung seine Pommerschen Lehen be-stätigt. 3 >
Die Chronik der Meklenburgischen Stadt Friedland aus dem Jahre 1730 stellt ihm ein ehrendesZeugniss aus, indem sie anführt, dass noch damals unterschiedliche von Adel, insonderheit der Herr Oberst-lieutenant von Schwerin auf Rehberg und Pleetz wegen ihrer bei dem grossen Brande in Friedland 1703bewiesenen Müdigkeit sehr gerühmt wurden.
Philipp Julius war zweimal vermalt: 1) 1688 mit Joachima Sophia von Hahn, Tochter desMeklenburgischen Erblandmarschalls Joachim Christoph von Hahn auf Pleetz und der Clara Sophie geb.von Levetzow a. d. H. Mistorfif; Wittwe des Kurbrand. Oberstwachtmeisters Anton von der Oelsnitz. Die-selbe besass das Allodialgut Gützkow im Amt Stavenhagen, nebst den zugehörigen Dörfern Twischdorf,Recknitz, Castorff, Tützpatz und Rosenow, welche gesammte Begüterung Philipp Julius, in ehelicher Vor-mundschaft seiner Frau, 15. März 1692 an den Capitain Lorenz von Blücher für 12000 Gulden verkaufte. 4 '
2) am 2. Mai 1699 zu Altwigshagen mit Esther Eleonore von Borcke, Tochter des Königl.Schwed. Landraths Matzke von Borcke auf Crincke und Altwigshagen und der Anna Dorothea geb. von Kracke-witz a. d. H. Presentzke; 5) geboren zu Hagen 16. November 1673, führte nach dem Tode ihres Mannes dieVerwaltung der Güter bis 1725, starb als Wittwe 20. Mai 1730 zu Rehberg 6 ) und ward zu Iven beigesetzt.Ihr und ihres Gatten Bildnisse, in Oel gemalt, befinden sich in Janow.
2. Gertrud Dorothea.
1689 — 1712.
(Aelteste Tochter von No. 1 [1. Ehe].)
geboren 5. Januar 1689, 7 > vermalt 12. April 1708 mit dem Königl. Dänischen Oberst Hans Felixvon Oertzen auf Leppinin Meklenburg, starb 5. März 1712 zu Rostock und wurde im Chor der Marien-Kirche daselbst begraben, woselbst noch jetzt ihr Leichenstein wohlerhalten ist. 9 >
3. Friedrich Julius.
1699—1747.
(Aeltester Sohn von No. 1 [2. Ehe], Vater von No. 10 bis 14.)
in der Preussischen Armee zum Unterschiede von seinem Bruder Philipp Bogislav (No. 4) nach der Farbeseiner Haare der blonde Schwerin genannt, geboren zu Ramelow in Meklenburg-Strelitz 6. Juni 1699,trat als Fähnrich mit Patent vom 2. Mai 1716 in Meklenburgische Dienste unter das Infanterie-Regi-ment des Obersten Curd Christoph von Schwerin (Taf. X. 32), des nachmaligen berühmten PreussischenFeldmarschalls; 1720 nach dem Stockholmer Frieden, in welchem Vorpommern an Preussen fiel, trat aucher — wie der oben gedachte spätere Feldmarschall — in Preussische Dienste über, und zwar finden wir
1) Der Oberstlieutenant musste in einer Bettsänfte dahin getragen werden, während Frau und Kinder zu Fuss durch Mo-
rast und Wasser, den Stock in der Hand, ihm folgten. Diese Flucht nahmen die Russen zum Vorwande, um alle Güter voll-ständig auszuplündern. Von der Ernte, welche 1712 eine sehr gesegnete zu werden versprach, konnte nur soviel vor den Bussengerettet werden, dass die Familie in Ramelow nothdürftig zu leben hatte. Doch hatten die Städter zu der Zeit gute Tage, dennes wurde u. A. in Neubrandenburg ein Schaf mit 12 Schillingen (75 Pfennige Beichswährung), und in Anclam ein gehäufter
Scheffel Mehl mit 20 Schillingen (1 Mark 25 Pf.) bezahlt. 2) U. B. II. 653, 658. 3) U. B. II. 677. 4) Lehn-Acten im
Schweriner Archiv. 5) Deren Mutter war Eleonore Marie geb. von Schwerin a. d. H. Grellenberg (Taf. IV. 18). 6) Im Lantz-kronschen Hausbuch heisst es bei Erwähnung ihres Todes: nachdem sie 13 Jahre nacheinander fast gekranket und von Aerztenviel erlitten. 7) Adelung-Sprengel geben abweichend hiervon ihr Geburtsjahr auf 1687 an und ihren Todestag auf den 4. März
1711. Nach der Inschrift auf ihrem Leichenstein aber ist sie 5. März 1712, 23 Jahre 2 Monate alt, gestorben. 8) Ueber Leppinvgl. bei Taf. XIX. 1. 9) Geschichte der Familie von Oertzen, S. 316, enthält auch die Grabschrift. — Die einzige Tochterdieser Ehe, Sophie Charlotte von Oertzen, vermalte sich mit dem Major Alexander von Arnim.
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