ihn im März 1720 als Fähnrich bei dem Infanterie-Begiment Prinz Georg von Hessen-Cassel; 1 ) doch scheinter noch im selben Jahr zum Regiment No. 24 von Schwendy nach Frankfurt a./0. versetzt zu sein, welches1723 den mehr erwähnten späteren Feldmarschall Schwerin zum Chef erhielt. Im März 1722 stand Frie-drich Julius als Lieutenant bei der 6. Kompagnie jenes Regiments 8 > und bereits 1724 war er Capitaindaselbst. 3 ) Während der nun folgenden Jahre finden wir ihn vorzüglich thätig bei den Werbungen langerKerle,*) auf deren Einstellung in die Regimenter König Friedrich Wilhelm I bekannter Weise so besonderenWerth legte. Zu diesem Zwecke begab sich Friedrich Julius verschiedentlich selbst auf die Reise und ver-wendete darauf sogar oft eigene Mittel in grösseren Summen. So warb er 1726 in Frankfurt am Mainund brachte von dort einen Flügelmann für 700 Reichsgulden und noch zwei andere im vordersten Gliedefür 500 Reichsgulden; 1731 kostete ihm ein Flügelmann von 6 Fuss 1% Zoll 730 Reichsthaler, zwei an-dere Rekruten musste er erst durch Prozess erstreiten, was ihm über 741 Thaler kostete. 1734 war er inCroatien an der Ungarischen Grenze und warb drei schöne Kerls im ersten Gliede an, welche über 1000 Tha-ler kosteten und doch liefen zwei davon aus der Garnison Buckow wieder weg, ohne dass der König sieeinmal gesehen hatte — war es also ein gar grosser Schaden, zeichnet Friedrich Julius selbst auf; dagegennahm 1736 bei der Bevue der König einen von ihm in Böhmen geworbenen Flügelmann zu der Biesen-Garde nach Potsdam und zahlte ihm 1160 Thaler dafür, mit welchem Gelde aber sogleich neue Werbungenin Frankfurt a./M. angestellt wurden. In demselben Jahr wurden auch 300 Eichen, welche Friedrich Juliusvon seinen Gütern für 800 Thaler nach Stettin verkaufte, in lange Bekruten verwandelt, und aus dem Reichewurden drei schöne Kerle für 1000 Thaler angeworben, welcher Preis aber für ihre Schönheit und Grössebillig war; 1737 warb er einen unvergleichlichen Flügelmann aus Dijon, 6 Fuss 2'A Zoll Bheinländisch,barfuss gemessen, dabei zum Malen schön , der über 3680 Thaler kostete und welchen daher der König 1738bei der Bevue nach Potsdam nahm.
In Anerkennung seiner Verdienste um die Werbung erhielt er vom König Friedrich Wilhelm I fortge-setzte Gnadenbeweise. So setzte ihm der König 1738 eine jährliche Pension von 500 Thalern aus derStaatskasse aus, verlieh ihm 24. October 1739 die Amtshauptmannschaft zu Saatzig, 5 ' beförderteihn zum Major, verlieh ihm am 4. Mai 1740 die Amtshauptmannschaften zu Dreyleben undSommerschenburg, welche jährlich 500 Thaler eintrugen, 6 'und schenkte ihm endlich auch noch zweiJuden-Privilegien, welche Friedrich Julius in Frankfurt a./M. für 650 Thaler verkaufte. Bald darauf (am31. Mai 1740) starb Friedrich Wilhelm I. Mit der Thronbesteigung seines grossen Nachfolgers hatte dieWerbenoth ihr Ende; statt dessen nahmen bald ernste Kriegsereignisse die Thätigkeit in Anspruch. Mitseinem Begiment marschirte auch Friedrich Julius am 7. December 1740 aus seiner Garnison Frankfurt a./O.zur Besetzung Schlesiens ab, nahm an der Erstürmung von Ottmacliau und am 10. April 1741 an derSchlacht bei Mollwitz Theil, und führte mit grossem Geschick die Verhandlungen, welche die Uebergabevon Brieg zur Folge hatten. In Anerkennung für die letztgedachten Dienste verlieh ihm König Friedrichder Grosse den Orden pour le merite, ernannte ihn zum Kommandanten von Frankfurt a. 0., 7 >gab ihm eine Pension von 300 Thalern aus der Hofstaats-Kasse und schenkte ihm endlich auch eine dergrossen goldenen Medaillen, welche er auf die Huldigung in Schlesien hatte prägen lassen. Friedrich Juliusnahm darauf noch Theil an der Vertreibung der Oesterreicher aus Troppau und an der Einnahme von 011-mütz und war dann 1742 auf längere Zeit mit seinem Bataillon zur Bedeckung des Königlichen Haupt-quartiers kommandirt. In der Schlacht bei Chotusitz (17. Mai 1742) vertheidigte er mit seinem Bataillon dashart bedrängte Dorf Chotusitz so heldenmüthig, dass ihn der König nach erfochtenem Siege sogleich zumOberst ernannte und ihm ein Begiment versprach. Schon 1743 wurde er Chef des neu errichteten Füsi-lier-Begiments, No. 32, welches seinen Namen führte, 8 ) und an dessen Spitze er den zweiten schlesischenKrieg, 1744 und 45, mitmachte. 9 > Noch während dieses Feldzuges ward er im November 1745 zum General-
1) Regt. No. 10. (1806: Regt. v. Wedeil.) — Nach dem März 1720 findet er sich nicht mehr in den Listen dieses
Regiments. Königs Mscpt. boruss. auf der Königl. Bibliothek zu Berlin. 2) In der betreffenden Liste des Regiments ist beiFriedrich Julius bemerkt: dient 6 Jahr. 3) Lantzkronsches Hausbuch. 4) Das Lantzkronsche Hausbuch, welches Friedrich Juliusvon 1736 bis 1742 selbst geführt hat, enthält darüber zahlreiche, bis ins Einzelne gehende, Nachrichten. Es heisst dort: esseien die sich ereignenden gravamina hergesetzt, damit aas solchem die posterität sehen möge, wie die von der Compagnie gefallenen Geldernicht nur nicht hinlänglich, sondern weil die Güter Ungelegenheiten hatten, fremde Gelder mussten negociret iverden. 5) Milit. Pantheon.
3. Th. S. 468. 6) Diese Einkünfte verblieben später auch der Wittwe. 7) Diesen Posten, welcher durch den Tod des Obersten
von Camas erledigt war und 700 Thaler eintrug, erhielt Friedrich Julius wol nur dieses letzteren Umstandes wegen. Verwaltet
hat er ihn vermuthlich nur kurze Zeit nach Beendigung des 1. schlesischen Krieges bis er ein Regiment erhielt. 8) Das Regi-
ment ( 1806 Fürst von Hohenlohe in Breslau) hiess damals Regiment Jung Schwerin , zur Unterscheidung von dem Regiment
des Feldmarschalls (Taf. X. 32) in Frankfurt a./O. Siehe Urkundenbuch zur Lebensgeschichte Friedrichs des Grossen von
I.D.E. Preuss. 1. Th. S. 15. 9) Das Regiment kämpfte 1745 bei Neustadt (22. Mai) und theilweise bei Hohenfriedberg (4. Juni)
und belagerte Kosel.