gerichtszrhatt in gnaden bestellet unndt angenommen haben, thuen auch solcliesz hiemit undt kr äfftdieses dergestalt unndt also, dasz er unsz getrew, gehorsamb unndt gewertig sein, unsern nutzen unndtbestesz befordern, schaden undt nachtheil aber verhüten unndt seinem besten vermügen nach abwenden,insonderheit bey unserm Cammergericht fleissig auffwarten undt, so offt er zu rhatt gefordert wirdt,unweigerlichen erscheinen, die dabey vorgehende saclien fleissig anhören unndt dasz, wasz er ermessenkan, dasz dem gemeinem besten unndt unsz undt unserm churfürstlichen hause, auch landen undtleutten zuträglichen, zu den Sachen votiren unndt reden, nicht weiniger auch, wan esz dessen vonnöthenoder wier solcliesz insonderheit an ihn begehren, die vorhergehende Sachen unndt deliberationen zuprotocoll bringen unndt dasselbige folgendtsz expediren, dan auch, wasz wier selbst ihm auffgebenoder aber durch unsern cantzler oder ausz unsern geheimbten rhatt aufftragen lassen, esz sey im con-cipiren oder andern Verrichtungen , auch reisen undt Schickungen, in inn- oder ausländischen Sachen,bestes fleisses verrichten undt desfalsz demjenigen, wasz einem fleissigen getrewen rhatt unndt dieneroblieget, ein unverweisliches vergnügen thuen unndt leisten, keine sache vorsetziglich verzögern, vielmehraber auffsz eiligste alsz müglich mit aller dexterität expediren unndt verrichten undt sich hiervonkeinen respeet noch sonsten etwasz abhalten lassen sol.
Weiter sol er auch schuldig sein, wasz er von unsern geheimbten undt angelegenen saclien expe-diret, sieht oder sonsten erfähret, in höchster gelieimb- undt Verschwiegenheit zu behalten unndt nie-mandten, dem esz zu wissen nicht gebühret, zu unsern schaden undt nachtheil zu offenbahren oder zuentdecken, sondern alle wege bisz in seine sterbliche grübe, wan er auch gleich nicht mehr in unserndiensten wehre, bey sich bleiben zu lassen. Ob er auch etwasz in erfalirung brechte, so unsz zuschaden unndt nachtheil gereichen wolte, so sol er unsz solches keineszweges verhalten, vielmehr aberunsz selbsten offenbahren unndt bestesz seines verstandesz in einem oder dem andern mit einralitenlielffen. So sol er sich auch ohn unsern verlaub zugleich in andere bestallung unndt dienste nichteinlassen. Würden wier unsz dan auch seiner in Schickungen oder commissionen unndt andern ge-wer ben, die ihm alsz unserm bestalten rhatt anstehen, zu gebrauchen haben, sol er sich demselben nichtentziehen, jedoch dasz wier ihn in Schickungen unndt commissionen unsz unmittelbar betreffendt jedes-malil mit der fuhr undt nottürfftiger zelirung versehen laszen; unndt in summa sol undt wil er sichüberal also erweisen unndt erzeigen, wie solchesz einem untadelhafften rhatt undt getrewen churfürst-liclien diener zu thuen oblieget undt gebühret, inmassen er sich dan unsz hierauff mit sonderbarlicherpflicht verwandt gemachet hatt.
Vor solche seine dienste unndt aufwartung haben wier ihm jährlich einsz vor allesz zweyliundertzwey undt vierzig reichszthaler oder solchen wehrt, wie der reichsztlialer jedesmahl gelten wirdt, ver-sprochen undt zugesaget, dieselbige alle quartal an sechszig reichstlialer zwolff arg. ausz unser hoff-rentey zu erheben unndt damit auf nechstkünfftigen quartal Crucis dieses lauffenden jahresz den anfangzu machen, nebst gewöhnlicher kleidung auff zwene diener, so offt über hoff gekleidet wirdt.
Wier wollen auch seiner unerhöret auff ihn keine ungnade werffen, sondern ob unsz etwasz, sounsz misfällig, von ihm vorkelime, ihn allezeit zuerst mit seiner verandtworttung unweigerlich hören.
Zuletzt, ob esz unsz nicht gefällig wehre, ihn länger in diensten zu behalten, oder aber seine ge-legenlieit leidete esz nicht, länger in dieser bestallung zu bleiben, so stehet esz bey unsz, ihm diese be-stallung ein halb jalir vor derselben dato aufzukündigen; auch sol esz ihm gar nicht verdacht werden, waner auch in gleichmessiger zeit bey unsz ümb gnädigste erlassung seiner dienste unterthänigst anhaltenwürde. Allesz getrewlich undt sonder gefehrde. Dessen zu ulirkunde haben wier diesen bestallungsz-brieff mit eigener handt unterschrieben unndt mit unserm chur fürstlichen secret wolwissendt bedrückenlassen. So geschehen undt gegeben zu Königsberg den 29" n Aprilis desz 1641 tm jahresz.
Friderich Wilhelm churfurst.
Nach dem Orig. im Geh. Staatsarchive zu Berlin. — Ebendaselbst befindet sich auch das (von Sigis-mund von Götze unterzeichnete) Concept dieser Bestallung.
4 (603 b ).
d. d. Königsberg i /p r . 1645 Octb. 13.
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg bestellt seinen Hof- und Kammergerichtsrath Ottovon Schwerin zum Geheimen Rath.
Wir Friderich Wilhelm von gottes gnaden marggrave zu Brandenburg, churfurst etc. tit. tot., Ur-kunden undt bekennen hiermit gegen mennigklich, dasz wir den vesten unsern hoff- undt Cammer-